Das Merkblatt für nichtchristliche Soldaten entspreche einer Tradition der Schweizer Armee, sagte VBS-Sprecher Martin Bühler zu einem Bericht der "NZZ am Sonntag".

Schon immer habe das Militär im Wissen, eine Zwangsgemeinschaft zu sein, Ausnahmen gemacht und genehmigt. Sonderregelungen gebe es bereits für jüdische Kameraden. Auch Landwirte etwa profitierten von Ausnahmen, wenn in ihrem Betrieb Not am Mann sei.

Nun können muslimische Rekruten vor der Sommer-RS beim Schulkommando melden, dass sie kein Schweinefleisch essen. Unterdessen ist in einzelnen Rekrutenschulen rund jeder zehnte angehende Soldat ein Muslim. Die Küche wird ihnen Alternativ-Menüs auftischen. Auch die Selbstverpflegung ist möglich.

Das Merkblatt regelt neben den Speisevorschriften auch den Urlaub für die offiziellen religiösen Feiertage und die Gebetszeiten. Da ein Muslim im Wehrdienst die fünf täglichen Gebetszeiten nicht gut einhalten kann, soll er sie nach Dienstschluss in einem Gebet zusammenfassen. Nach Armeeangaben ist dies möglich. Das Merkblatt wurde zusammen mit zwei Muslimen ausgearbeitet.

Für die Gebete von Angehörigen aller Religionen stellt die Armee geeignete Räume zur Verfügung. Auf einzelnen Waffenplätzen gibt es einen "Raum der Stille". Wo solche Räume fehlen, kann auch ein Schulungsraum benutzt werden.