Der Kreml-kritische Journalist Sergej Protasanow sei nahe Moskaus brutal angegriffen worden. Er sei dann am Sonntag ins Spital gebracht und mit dem Befund, er sei wohlauf, nach Hause geschickt worden.

Einen Tag später sei Protasanow gestorben, teilte der Herausgeber der Zeitung "Bürgerabkommen", Anatoli Jurow, gegenüber der Nachrichtagentur AFP mit. Der stellvertretende Vorsitzende der russischen Umweltschutzbehörde, Oleg Mitwol, bestätigte die Angaben.

Der in der ausserhalb Moskaus gelegenen Stadt Chimki tätige Journalist habe eine Ausgabe über "Unregelmässigkeiten" bei den dortigen Wahlen vorbereitet.

Dagegen sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, Protasanow sei nicht an den Folgen von Schlägen gestorben. Er sei am Samstag in einem "nicht nüchternen Zustand" im Treppenhaus seines Hauses angetroffen worden, mit einem schmerzstillenden Mittel neben ihm.

In den vergangenen Monaten hatte es in Chimki, wo Umweltschützer gegen den Bau einer Strasse durch ein Waldgebiet protestieren, wiederholt Angriffe auf Journalisten gegeben.

Einen weiteren Übergriff meldeten am Dienstagabend der Radiosender "Moskauer Echo" und die Nachrichtenagentur Interfax. Demnach sei der Menschenrechtsaktivist Lew Ponomarew angegriffen und schwer verletzt worden.

Ponomarew ist Präsident der Nichtregierungsorganisation "Für die Rechte der Menschen". Ein Sprecher der Organisation sagte dem "Moskauer Echo", drei Unbekannte hätten Ponomarew am Dienstagabend in der Nähe seiner Wohnung angegriffen. Der Kreml-Kritiker sei in einem "schlimmen Zustand" ins Spital gebracht worden.