Mit Alphorn, Transparenten, Kuhglocken und Fahnen trafen die Bauern ein. Und sie alle waren gekommen, um Missstände zu beheben. Nach Angaben der Organisatoren, der Bäuerlichen Interessensgruppe für Marktkampf (BIG-M), des Bäuerlichen Zentrums Schweiz (BZS) und der SVP Schweiz, fanden gegen 10'000 Bauern den Weg zur Schlachtkapelle in Sempach.

In erster Linie sollte der Bauernaufstand eine Manifestation für eine Systemänderung im Milchmarkt sein. Politik und Verbände seien nicht mehr in der Lage, die Missstände zu beheben. Deshalb brauche es den Druck der Basis. Und dieser könne nur noch mit einer nationalen Kundgebung erzeugt werden, sagte Josef Kunz, Luzerner Nationalrat und Präsident des BZS in seiner Ansprache.

Peter Gfeller, Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP), betonte, dass die Aufhebung der Milchkontingentierung gezeigt habe, dass wegen unterschiedlichen Strukturen zwischen den Produzenten und den Verarbeitern der Markt versage. Deutlich lehnte auch er ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU ab.

Martin Haab, Co-Präsident von BIG-M, sah nur einen einzigen Weg, aus dieser "desolaten Situation" zu kommen: "Wir müssen das Heft in die eigene Hand nehmen." Die Bauern müssten das Angebot der Nachfrage anpassen können.

Gerügt von den Referenten wurde auch immer wieder Bundesrätin Doris Leuthard. Sie verfolge eine penetrante Billigpreisstrategie, sagte SVP-Präsident Toni Brunner.

Höhepunkt des Aufstands war die Verabschiedung einer Resolution. Darin fordern die Bauern vom Bundesrat einerseits einen dringlichen Bundesbeschluss für eine privatrechtliche Mengensteuerung durch die Produzenten, an die sich sämtliche Milchproduzenten zu halten haben. Andererseits sollen die Verhandlungen mit der EU über ein Agrarfreihandelsabkommen abgebrochen werden.