Basel
Mehr Wohnraum im Lautengarten

Der Überbauung im Areal Lautengarten steht nichts mehr im Weg: Das Appellationsgericht hat gestern den Rekurs des Basler Heimatschutzes abgewiesen. Somit werden anstelle des ehemaligen «Suter+Suter»-Gebäudes an der Lautengartenstrasse beim Aeschenplatz zwei bis zu zehnstöckige Wohnhäuser mit insgesamt 96 attraktiven Wohnungen entstehen.

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Baustelle in Zürich (Archiv)

Baustelle in Zürich (Archiv)

Keystone

Loris Vernarelli

Heimatschutz-Obmann Roberto Schiess bestätigt auf Anfrage, dass der Verein auf einen Gang ans Bundesgericht verzichtet.

Der Regierungsrat hatte

Ende August des vergangenen Jahres einen Bebauungsplan für das zentral gelegene Areal festgesetzt und im gleichen Zug fünf Einsprachen dagegen abgewiesen. Nur der Heimatschutz legte jedoch Rekurs ein. Die geplante zehngeschossige Überbauung sei in diesem städtebaulich sensiblen Bereich unmittelbar an der Altstadt nicht sinnvoll, kritisierte der Verein. Zudem liege die Genehmigung einer solch massiven Gebäudeerhöhung in der Kompetenz des Grossen Rates und nicht ausschliesslich der Exekutive. Beide Argumente wurden vom Appellationsgericht als unbegründet zurückgewiesen.

Der Heimatschutz wollte insbesondere vermeiden, dass das unter Denkmalschutz stehende Wohnhaus des bekanntesten Basler Architekten des Klassizismus, Melchior Berri, an der Malzgasse 16 nicht noch weiter «eingepfercht» würde. Das Gericht kam jedoch zum Schluss, dass der sogenannte Umgebungsschutz in diesem Fall nicht verletzt werde. «Neben dem Berri-Haus steht bereits ein neungeschossiges Gebäude. Eine noch weiter entfernte Hochüberbauung beeinträchtigt den Denkmalcharakter des Hauses deshalb nicht», erklärt Gerichtspräsident Stephan Wullschleger.

Auch die Entscheidung des Regierungsrates, den Bebauungsplan abschliessend, also ohne Umweg über den Grossen Rat, zu beschliessen, hiess das Gericht gut. Dieses Vorgehen ist gemäss dem Bau- und Planungsgesetz möglich, wenn das betreffende Areal eine Grundfläche von weniger als 4000 Quadratmetern aufweist. Zudem darf der Bebauungsplan die Bruttogeschossfläche nicht erhöhen.

«Ich staune über das Urteil und bin enttäuscht», sagt Roberto Schiess. Das Argument, dass das Berri-Haus schon bedrängt sei und deswegen weitere Bauten in unmittelbarer Nähe errichtet werden dürften, lässt er nicht gelten. «Ein Fehler entschuldigt nicht den nächsten», fügt er lapidar an. Schiess ist zudem weiterhin der Meinung, dass die Festsetzung des Bebauungsplans, auch wenn die Arealsfläche weniger als 4000 m2 beträgt, in der Kompetenz des Grossen Rates liegt. Die Regierung könne aus einer Zone mit Dienstleistungsbauten nicht einfach eine Wohnbauzone machen.