Solothurn

Mehr Polizeipräsenz und Poller erwünscht

Der Landhausquai gehört zu den attraktivsten Verweil- und Flanierzonen der Stadt. Doch unerwünschte Personen und zuviel Verkehr schmälern die Ambiance an der Aare, finden Hansruedi Meyer und Franco Infantinao für die IG Landhausquai. Doch einfach dürfte die Lösung nicht sein.

Wolfgang Wagmann

Schon bevor das Thema wie jeden Frühling wieder «heiss» wurde, hatten sich Infantino, Inhaber der Cantina del Vino, und Meyer (Genossenschaft Kreuz) mit den Stadtbehörden zu einer Sitzung getroffen. «Gegen die Dealer haben wir mehr Polizeikontrollen gefordert», erinnert sich Franco Infantino. Vor allem auch eine immer wieder sichtbare Polizeipräsenz, die aber nach Ansicht der IG-Mitglieder noch «ungenügend» sei. Im grossen und ganzen herrsche ja eine friedliche Stimmung, aber es gebe halt «aller gattig» Leute. Gedealt werde vor allem beim Meistergässchen, und so war die Idee entstanden, diesen Fluchtweg mit Tisch und Stühlen der Landhausbar oder einer Aktivität des «Spielhimmels» zu sperren. «Aber noch haben wir keine Lösung zur optischen Kontrolle des Ganzen gefunden», erklärt Franco Infantino, warum die Massnahme noch nicht umgesetzt worden ist. Dagegen hat sich die IG auch mit einem Flyer vor allem an die jugendlichen Quai-Gäste gewandt. Die gelebte Toleranz entlang der Aare habe auch ihre Grenzen - «wer illegale Drogen verkauft, missbraucht die Toleranz. Der Handel mit Drogen schränkt die friedliche Stimmung am ganzen Landhausquai ein», so die Mahnung auf dem Flugblatt. «Je mehr Leute es am Quai hat, desto weniger läuft in dieser Beziehung ab», weiss Hansruedi Meyer allerdings aus Erfahrung. Und zumindest die Abfallsituation habe man mit dem Anbringen der neuen Kübel entschärfen können.

Wenigstens am Samstagnachmittag

Etwas entgegenwirken konnten die IG-Mitglieder mit dem «Hinausstuhlen» ans Aaremürli der illegalen Parkiererei, die Meyer auch auf die für ihn zu offene Quaigestaltung mit einer freien Asphaltfläche zurückführt. «Ein Entfernen der Pflästerung wäre nicht notwendig gewesen», meint er schon nur in Bezug auf den regen Velovekehr, der bei einem raueren Belag verlangsamt würde. Mehr jedoch stört die IG-Mitglieder noch immer der Autoverkehr, der teilweise auch dem «Vorführen» der Autos vor dem zahlreichen Publikum zugeschrieben wird. «Seit dei Wengibrücke zu ist, fahren auch mehr Ortsunkundige durch», weiss Meyer, und deshalb wünscht er sich den Einbezug des Quais in die Altstadtsperre, die ab 13.30 Uhr gilt. Die Mindestlösung wäre für ihn wie Infantino aber mindestens die Sperre am Samstagnachmittag - «denn dann ist es wegen der vielen Leute sehr gefährlich.» Heute ist der Quai ab 19 Uhr gesperrt, doch die Signalisation der Begegnungszone - in der übrigens Parkieren verboten ist - sei ungenügend, und werde so oft missachtet. Die oft geforderten Poller werden deshalb von Meyer wie Infantino verteidigt, auch wenn die Montage offenbar gleich bei der Storchenkreuzung wegen der vielen dort verlegten Leitungen auf technische Probleme stösst. Ohnehin könne man derzeit wegen der Baustelle beim Breggerhaus wenig machen, «aber nächsten Frühling hoffen wir auf eine Änderung.»

So ganz einig ist man sich nicht

Gefordert hatte eine Nachmittagsperre, durchgesetzt mit Pollern, auch eine SP-Motion. Diese war jedoch zur Stellungnahme über ein Jahr beim Gewerbeverein und der Stadtvereinigung «liegenggeblieben.» Nun hat letztere laut Stadtschreiber Hansjürg Boll auch für den Gewerbeverein geantwortet. Tenor: Keine generelle Nachmittagssperre, als Vorschlag könnte man vielleicht am Samstag damit leben. «Es gab sogar IG-Mitglieder, die diese Haltung vertreten», zeigt Boll auf, dass auch am Landhausquai nicht ganz alle am gleichen Strick ziehen. Doch sei das Stadtpräsidium am Erarbeiten der Motionsantwort, die an der Gemeinderatssitzung vom 30. Juni vorliegen dürfte.


Im Gemeinderat hatte Kurt Fluri aber schon angetönt, dass er die Ausweitung der Fussgängerzone Richtung Landhausquai skeptisch beurteile.

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