Spycher Roggwil
Mehr Platz für die Senioren

Das Alterszentrum Spycher in Roggwil wird saniert und erweitert. Neu wird um sieben Zimmer auf 43 stationäre Betten aufgestockt. Die Investitionen belaufen sich auf 1,643 Millionen Franken. Wer das Darlehen vergibt, wird noch abgeklärt.

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Spycher Roggwil

Spycher Roggwil

az Langenthaler Tagblatt

Irmgard Bayard

Das Angebot an Alters- und Pflegeheimbetten im Raum Roggwil-Wynau ist äusserst knapp. Gemäss dem Bericht von Ulrich Kurt (SVP), Präsident der Sozialkommission in Roggwil, werden weder die Planungswerte der kantonalen Alterspolitik erreicht, noch kann das gemeinsame Altersleitbild der Einwohnergemeinden Roggwil und Wynau vollumfänglich umgesetzt werden.

Das Alters- und Pflegeheim Spycher in Roggwil bietet heute 35 Betten an. Dieses Angebot soll nun auf 43 stationäre Betten erweitert werden. Das Baukonzept sieht vor, vier zusätzliche Zimmer durch einen Anbau auf der Nordwestseite zu realisieren. Dieser entsteht im Innern des bestehenden winkelförmigen Baus, so dass gemäss der Projektstudie des Roggwiler Ateliers für Architektur Ausnahmegesuche bezüglich Gebäudelänge und Gebäudehöhe vermieden werden können.

Beitritt zu Tokjo

Seit Juni sind zwei Jugendmitarbeitende vom Trägerverein für offene Kinder- und Jugendarbeit Oberaargau Tokjo in Roggwil unterwegs. Sie haben mit den Jugendlichen bereits verschiedene Projekte umgesetzt, so zum Beispiel einen Kurzfilm gedreht, ein Open-Air-Kino im Schwimmbad, etc.

Aufgrund der guten Erfahrungen beantragt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung den Beitritt zu Tokjo per 1. Januar 2011 und den dazu nötigen Pro Kopf-Beitrag von Fr. 4.50, also ca. 17 300 Franken zur Genehmigung. (iba)

Die Wegstrecken von den Wohnbereichen zu den Allgemeinräumen verlängern sich dadurch nicht. «Die neuen Zimmer entsprechen den Mindestanforderungern der Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) vollumfänglich», heisst es im Bericht des Gemeinderates. Durch ihre der Strasse abgewandte Lage sei ein niedriger Geräuschpegel zu erwarten.

Ein zweiter Lift

Zwei weitere Zimmer können innerhalb der vorhandenen Gebäude gebaut werden. Dies ist möglich, weil der bestehende Wintergarten wegfällt respektive saniert wird. Ein Zimmer wird anstelle des nicht mehr benötigten und technisch veralteten Badezimmers errichtet. Die Heimleiterwohnung wird seit einigen Jahren nicht mehr benötigt. Dort kann ebenfalls ein zusätzliches Zimmer eingerichtet werden, wie dies bereits heute für Feriengäste geschieht.

Der Lift sei in Spitzenzeiten sehr stark ausgelastet, heisst es im Konzeptbericht. Die Treppe werde heute praktisch ausschliesslich durch Personal und Besucher benützt. Aus diesem Grund soll im vorhandenen Fahrstuhlschaft ein zweiter Lift eingebaut werden. Der heutige Eingangsbereich mit Windfang und die daran angrenzenden Büroräumlichkeiten werden verschoben, um im Speisesaal Platz für die zusätzlichen Heimbewohner zu schaffen.

Geldgeber suchen

Die Kosten für diesen Umbau belaufen sich auf 1,643 Millionen Franken. Dieser Projektkredit kommt am 7. Dezember in Roggwil vor die Gemeindeversammlung, gleichzeitig stimmen auch die Wynauer darüber ab. Allerdings ist es nicht so, dass die Gemeinden den Umbau bezahlen müssen. Gemäss Heimleiter Res Gygax werden so genannte strukturbindende Bauvorhaben seit dem 1. Januar 2008 nicht mehr objekt-, sondern subjektfinanziert.

Das heisst, die Infrastrukturkosten können auf die Bewohner abgewälzt werden. Die Finanzierung erfolgt über die Betriebsrechnung oder über einen Baubeitrag des Kantons respektive der Gemeinden. «Wir erhalten von den Gemeinden also allenfalls ein Darlehen und nicht Geld «à Fonds perdu». Der Entscheid, wer als Darlehensgeber berücksichtigt wird, ob eine Bank, die Burger- oder die Einwohnergemeinde, ist noch nicht gefällt.

Weshalb der Kredit trotzdem von den Gemeindeversammlungen genehmigt werden muss, erklärt Daniel Baumann, Geschäftsleiter der Gemeinde Roggwil mit dem geltenden Organisationsreglement des öffentlich-rechtlichen Gemeindeverbandes Alterszentrum Spycher. Demgemäss sind Kredite über eine Million Franken von den beiden Verbandsgemeinden separat zu beschliessen.

Was passiert, sollte eine der Versammlungen den Kredit ablehnen? «Dann müssen wir, um bauen zu können, den Gemeindeverband auflösen», erklärt Gygax. «Denn Bauen können wir auf jeden Fall, weil die GEF dem Kontingent von 43 Heimplätzen zugestimmt hat.»

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