passe Bahnhof SBB
Mehr Platz auf Passerelle gefordert

Brigitta Gerber vom Grünen Bündnis will eine breitere Überführung am Bahnhof SBB Zu viele Passagiere, zu eng die Passerelle: Brigitta Gerber (Basta) will dem «panischen Gedränge» ein Ende setzen.

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Passerelle

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Michele Coviello

Wer am Bahnhof Basel SBB aus dem Zug steigt und in Richtung Stadt geht, hat als Erstes eine steile Treppe vor sich. Will er hinaufrollen, muss er oft anstehen. Hinzu kommt: In der Schweiz hat sich die englische Gewohnheit des «stand right, walk left» noch nicht durchgesetzt. Nicht alle stehen rechts und lassen die linke Bahn für diejenigen frei, die es eilig haben.

Das zweite Hindernis folgt, sobald man auf die Passerelle gelangt ist: Sie ist eng. Zu eng für die zu vielen Passagiere, die täglich am Bahnhof SBB zirkulieren. Das finden nicht nur etliche Pendler und Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel (siehe Umfrage unten), das findet auch Grossrätin Brigitta Gerber. Wer am Morgen, Abend oder während der Messen auch zwischendurch die Passerelle nutzte, «erlebt täglich ein nahezu panisches Gedränge», schreibt sie in ihrem Anzug.

Falsch geplant

Im Juni wird der Grosse Rat diesen Vorstoss besprechen und entscheiden, ob Gerbers Forderung an die Regierung weitergeleitet werden soll; die Forderung nach einer breiteren Passerelle. Denn weder die Zu- und Abgänge, noch die Überführung selbst, würden den Bedürfnissen der Bahnkundinnen und -kunden genügen, schreibt Gerber weiter. Menschenmassen würden Wege blockieren, Anschlusszüge und Trams würden verpasst.

Gerber spricht in ihrem Anzug davon, dass die nötige Kapazität falsch erhoben worden sei. Der gleichen Meinung ist auch Bündnis-Politiker und Mitglied der Umwelt, Verkehrs- und Energiekommission Michael Wüthrich. Auch er unterstützt den Anzug: «Es handelt sich um einen Planungsfehler. Nun muss etwas geändert werden.»

Verantwortlich für bauliche Massnahmen am Bahnhof sind weder Stadt noch Kanton, sondern die SBB. «Als wir die Passerelle geplant haben, gingen wir schlicht nicht von einer so schnellen Steigerung des Kundenvolumens aus», sagte SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi gegenüber der «Basler Zeitung». Die Bahn befördere heute dreissig Prozent mehr Fahrgäste als noch vor fünf Jahren. Allerdings spricht Pallecchi von einem Problem, das nur zu Spitzenzeiten und nur wenige Minuten täglich bestehe.

Verbreitern oder anbauen

«Diesen Eindruck habe ich nicht», entgegnet Brigitta Gerber. Durch den Takt-Fahrplan kämen viele Züge zur gleichen Zeit an, zu viele Leute würden gleichzeitig durch den Kanal «gemoschtet» und dies nicht nur während weniger Minuten täglich. «Das ist auch gefährlich. Es ist Zeit, dass endlich etwas passiert», sagt Gerber. Sie fordert, dass die Passerelle verbreitert oder dass unmittelbar neben ihr, eine zweite Überführung angebaut oder gar ein Deckel über den hinteren Teil beim Französischen Bahnhof gelegt werde - so, wie dies die Petition Central-Park wünsche oder bei der Autobahn im Gellert eine gute Lösung ergebe. Denn nicht nur der Bahnverkehr werde damit vereinfacht, auch die Verbindung des Gundelis mit dem Centralbahnplatz sollte erleichtert werden. «Momentan habe ich das Gefühl, dass bei den SBB wenig passiert», sagt Gerber, «ich hoffe, dass wir mit diesem Aufruf die Regierung unterstützen.»