Wasser

Mehr Platz an der Sonne

Fotovoltaik: Wer Strom aus Sonnenenergie produzieren will, erhält in den nächsten zwei Jahren ein «Startgeld» vom Kanton. az

Fotovoltaik

Fotovoltaik: Wer Strom aus Sonnenenergie produzieren will, erhält in den nächsten zwei Jahren ein «Startgeld» vom Kanton. az

Der Kanton wirft Geld auf, um Fotovoltaikanlagen mit einmaligen Startbeiträgen zu fördern. Diese Anschubfinanzierung ist auf zwei Jahre befristet. Auch die Wasserkraft erhält vom Kantonsrat neuen Schub.

Stefan Frech

Strom aus Sonnenenergie zu produzieren, ist zurzeit nicht rentabel. Der Bund hat deshalb einen Betrag zur kostendeckenden Einspeisvergütung gesprochen. Dieser ist aber wegen der eingeführten Mengenbegrenzung viel kleiner als die Nachfrage und bereits aufgebraucht: Vor allem Private, Gewerbler oder Landwirte, die auf Hausdächern kleinere Solaranlagen bauen möchten, müssen jetzt warten. Im Kanton Solothurn stehen fast 200 Projekte auf der Warteliste. Beim Bund ist eine Gesetzesänderung geplant, so dass die Mengenbegrenzung in rund zwei Jahren aufgehoben werden könnte.

Solange bis der Bund wieder Geld gibt

Bis dahin kommt neu der Kanton Solothurn zu Hilfe und schüttet Gelder als Investitionshilfe für den Bau neuer Fotovoltaikanlagen aus: Der Kantonsrat hat gestern mit 68:21 Stimmen einen entsprechenden Auftrag von Barbara Wyss (Grüne) erheblich erklärt. Die kantonale Energiefachstelle plant, sich an den Ansätzen des Bundes zu orientieren und eine Anlage mit 2500 bis 3500 Franken pro Kilowatt Leistung zu subventionieren.

Die Förderung ist auf zwei Jahre befristet bzw. bis die Mengenbegrenzung durch den Bund aufgehoben wird. Der Regierungsrat sieht in dieser Förderung vor allem eine konjunkturelle Stützungsmassnahme, die dem regionalen Baugewerbe nützt.

Alle Fraktionen ausser der SVP sprachen sich für den Auftrag aus. Sie stellten sich auf den Standpunkt, dass die erneuerbaren Energien aus umwelt- und konjunkturpolitischen Gründen gefördert werden müssten. Der SVP-Sprecher hingegen, Hans Rudolf Lutz (Lostorf), wandte sich grundsätzlich gegen eine Förderung der Fotovoltaik durch den Kanton.

Diese Form der Stromproduktion weise zu viele Nachteile auf: «Sie ist zu teuer und zu wenig effizient.» Auch werde bei der Herstellung der Solarzellen mehr CO2 produziert als bei der Kernenergie. «Es ist also ein Unsinn, wenn wir diese Form der Stromproduktion subventionieren.»

Standesinitiative ging dann vielen zu weit

Einen zweiten Auftrag von Barbara Wyss fand hingegen im Kantonsrat keine Mehrheit: Sie hatte vom Regierungsrat die Ausarbeitung einer Standesinitiative gefordert, die eine Aufhebung der Mengenbegrenzung für eneuerbare Energien, also auch für die Fotovoltaik, verlangen sollte. Alle Fraktionen ausser den Grünen folgten aber der Meinung des Regierungsrats, dass eine Standesinitiative überflüssig sei. Der Bund arbeite ja bereits an einer Gesetzesänderung, damit die Beiträge erhöht werden können.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1