Wiedlisbach
Mehr Licht fürs Hochhaus

Das Hochhaus des Ober-aargauischen Pflegeheims Wiedlisbach wird für 615 800 Franken saniert. Dank der neuen Finanzierung durch den Kanton konnte zudem erstmals ein Gewinn erwirtschaftet werden.

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Pflegheim

Pflegheim

Berner Rundschau

Irmgard Bayard

Das Oberaargauische Pflegeheim Wiedlisbach (OPW) führt künftig Wohngruppen je nach der Art der Pflegebedürftigkeit beziehungsweise nach Krankheitsbildern. Aus diesem Grund sind per 1. Mai rund 50 Bewohner in andere Räume umgezogen (wir berichteten). Im Hochhaus, dem eigentlichen Pflegeheim, werden Menschen mit einem körperlichen Pflegebedarf und Demenzkranke in Gruppen betreut. Dieses Gebäude soll nun saniert werden. Dafür sprach die kürzlich durchgeführte Delegiertenversammlung einstimmig einen Investitionskredit in der Höhe von 615 000 Franken.

«Gerade im Demenzbereich ist ein gutes Beleuchtungskonzept wichtig», sagt dazu Peter Reinmann, Leiter Zentrale Dienste. Aus diesem Grund werden die Farbgebung und die Beleuchtung auf den Abteilungen und im Treppenhaus angepasst. Da sich die Demenzgruppen im Haus frei bewegen können, wird zudem die Sicherheit im Treppenhaus erhöht.

Sicherheit gewähren

Geplant sind unter anderem ein optisch markanter Bodenbelag, Markierung der Treppenstufen, Rollstuhl- und Sicherheitsschranken sowie beidseits durchgehende Handläufe. Als Weglaufschutz wird der Ausgang elektronisch gesichert. «Der Aussenbereich wird ebenfalls demenzgerecht gestaltet», sagt Reinmann. So sei etwa ein Rundlauf geplant.

Diese Investition hat finanzielle Auswirkungen auf die Bewohner. Der Tarif wird um 97 Rappen pro Tag erhöht. Dieser Betrag kann laut Verwaltungsratspräsident Pietro Aeschimann ohne Überschreitung der Kostenobergrenzen auf den aktuell gültigen Grundtarif geschlagen werden.

Die Delegierten der 37 (von 47) anwesenden Verbandsgemeinden genehmigten an der Versammlung die Jahresrechnung. Der Heimbetrieb schliesst mit einem Gewinn von rund 213 000 Franken ab. Dank der neuen Personenfinanzierung - das Heim stellt den Bewohnern den vollen Heimtarif in Rechnung, diese erhalten die Versicherungsansprüche direkt zurück - kann der Gewinn reinvestiert werden. «Dieses neue Abrechnungsmodell animiert, privatwirtschaftlich zu denken», erklärt Reinmann. Ein grosser Vorteil: Projekte können künftig in Eigenregie realisiert werden.

Landabtausch genehmigt

Ebenfalls einstimmig, mit zwei Enthaltungen, stimmten die Delegierten einem Antrag auf Landabtausch mit Landwirt Hanspeter Schmitz zu. Schmitz ist Nachbar des OPW und tritt diesem 13 Aren seiner Parzelle ab. Als Gegenleistung erhält Schmitz vom OPW 30 Aren landwirtschaflich genutztes Land in Hanglage sowie 10 000 Franken in bar.

Dieser Abtausch ist nötig, weil die Aare Seeland mobil (asm) den unbewachten Bahn-übergang «Wehribach» aus Sicherheitsgründen schliesst. Weil der Pächter des OPW die Parzellen südlich und nördlich des Bahnübergangs bewirschaftet, ist er auf einen Fahrweg entlang des Bahntrassees angewiesen. Sämtliche Kosten, die in Zusammenhang mit diesem Landabtausch und dem neuen Weg entstehen, übernimmt die asm.

Die Delegierten wurden zudem orientiert, dass sich alle elf Gemeinden in Wangen Nord für den Standort Wiedlisbach ausgesprochen haben. «Dieser Entscheid ist für uns sehr wichtig und positiv», so Reinmann. «Das zwingt uns aber auch, effizient zu bleiben und unser Angebot auf den neuesten Stand zu bringen und zu halten.»