Der nationale Verwaltungsrat fällte den Entscheid am Mittwoch, wie die SRG bekannt gab. Gleichzeitig gab die SRG für 2008 ein Defizit von 79 Mio. Fr. bekannt. Die Werbungeinnahmen beim TV gingen gegenüber 2007 um 5,2 Prozent zurück. Abstriche am Programmangebot und bei den Eigenproduktionen hält sie für unumgänglich.

In Sachen Konvergenz sollen noch im laufenden Jahr die strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen für eine redaktionelle Zusammenarbeit geschaffen werden. Die neun Hauptstandorte in den vier Sprachregionen bleiben bestehen. Verschiebungen innerhalb und zwischen den Standorten schliesst die SRG indes nicht aus.

Medienkonvergenz ist für SRG-Generaldirektor Armin Walpen der Weg, um bei den SRG-Medien Qualität und Vielfalt zu erhalten. Es brauche die engere redaktionelle Zusammenarbeit von Radio, Fernsehen und Online, um den Bedürfnissen des Publikums gerecht zu werden.

Der Journalismus habe sich verändert, sagte Walpen an der Jahresmedienkonferenz der SRG SSR idée suisse in Bern. Das Angebot werde beliebiger, punktueller, noch kurzlebiger und nicht mehr überprüfbar. Doch die Menschen wollten rasch informiert werden, aber die erhaltenen Informationen auch einordnen können.

Das Schweizer Syndikat Medienschaffender SSM reagierte erfreut auf den Entscheid der SRG. Bedenken von Mitarbeitenden und Personal seien ernst genommen worden, schreibt Präsidentin Barbara Büttner in einem Communiqué.

Kritische Töne schlagen indes die Westschweizer SSM-Sektionen an. Sie bezeichnen das Projekt als "absurd und anachronistisch". Die Zusammenlegung von Radio und Fernsehen werde für Personal und Firma schwere Folgen haben, während die Wirtschaftlichkeit des Projekts zweifelhaft sei.