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Mehr Drittmittel für Universität

Andreas Fischer Der Uni- Rektor in seinem Büro

Uni Rektor Fischer

Andreas Fischer Der Uni- Rektor in seinem Büro

Die Studierendenzahlen an der Universität Zürich erreichen Rekordhoch Die Uni Zürich ist 2008 weiter gewachsen: Die Anzahl Studierende und der Gesamtumsatz sind gestiegen. Höher ausgefallen ist auch der Anteil von Drittmitteln am Budget.

Andrea Kucera

Im Herbstsemester 2008 haben sich rund 24 000 Studierende an der Universität Zürich eingeschrieben, wie Verwaltungsdirektor Stefan Schnyder an der gestrigen Jahresmedienkonferenz darlegte. Das sind 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Obwohl grundsätzlich alle Fakultäten wachsen, konzentrieren sich die Neueintritte auf sechs Studienrichtungen: Gut 60 Prozent der 3659 Studienanfänger verteilten sich auf die Fächer Humanmedizin, Wirtschaft, Recht, Psychologie, Biologie und Publizistik.

20 Prozent Drittmittel

Der Schwerpunkt der gestrigen Medienkonferenz lag auf der Akquirierung von Drittmitteln. Wie Rektor Andreas Fischer darlegte, ist der Drittmittel-Anteil am Budget der Universität seit 1999 kontinuierlich gestiegen. 2008 lag er bei einem Gesamtbudget von einer Milliarde Franken bei knapp 20 Prozent. Unterschieden werden muss dabei zwischen kompetitiv eingeworbenen Drittmitteln, wie Beiträge des Schweizerischen Nationalfonds, und dem Fundraising. Unter den Begriff Fundraising fallen die aktiven Bemühungen der Lehrstätte Beiträge von Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen.

Als Beispiel nannte Fischer das 175-Jahr-Jubiläum der Universität Zürich, das zu einem grossen Teil mittels Fundraising finanziert wurde. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen, so Fischer, möchte die Uni das Fundraising weiter ausbauen. Bereits abgeschlossen ist das Projekt eines zweiten Japanologie-Lehrstuhls, das während den ersten sechs Jahren von der Stiftung Mercator Schweiz finanziert wird. Die Professorenstelle wird voraussichtlich per Herbstsemester 2009 hin besetzt. Ebenfalls dank Drittmitteln kann im Sommer ein neuer Supercomputer in Betrieb genommen werden, der weltweit zu den 50 schnellsten gehört.

Auch wenn Fischer den Anteil der Drittmittel am Uni-Budget erhöhen möchte, hielt er fest, dass die Uni Zürich eine staatliche Institution bleibe: Die Grundausstattung werde weiterhin durch die öffentliche Hand finanziert. Die Zusatzmittel seien aber notwendig, um in zukunftsweisende Projekte zu investieren und national und international wettbewerbsfähig zu bleiben. Befürchtungen der Studierenden, wonach die Unabhängigkeit der Uni gefährdet sein könnte, hält er für unbegründet: «Die Freiheit von Forschung und Lehre ist auch bei der Zusammenarbeit mit externen Partnern gewährleistet.» Fischer sieht deshalb keinen Anlass, eine unabhängige Kontrollstelle einzurichten, wie dies der Studierendenrat fordert.

Die ETH macht es vor

Mit der Verstärkung ihres Fundraising springt die Uni auf eine Schiene auf, die die ETH schon länger befolgt. Insbesondere im Bereich der Forschung akquiriert diese Gelder aus Wirtschaft und Industrie. Mit «ETH Transfer» unterhält die Hochschule dafür eine eigene Stelle, die den Forschern auch bei der Ausgestaltung der Verträge behilflich ist. Je nach Projekt darf der externe Partner die Ergebnisse für kommerzielle Zwecke nutzen. In jedem Fall, hält Marjan Kraak von ETH Transfer fest, sei es der ETH aber vorbehalten, auf dem entsprechenden Gebiet weiter zu forschen.

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