Falschgeld
Mehr Blüten im Umlauf: Behörde meldet vier Mal mehr gefälschte 1000er-Noten als im Vorjahr

In der Schweiz ist vermehrt Falschgeld im Umlauf - vor allem gefälschte Tausender. Das Bundesamt für Polizei sieht aber noch keinen Trend.

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Fälschungen seien nicht einmal annähernd perfekt, sagt das Fedpol: Wer sich achte, könne sie erkennen.

Fälschungen seien nicht einmal annähernd perfekt, sagt das Fedpol: Wer sich achte, könne sie erkennen.

Gaetan Bally / KEYSTONE

Es ist ein deutlicher Sprung nach oben in der neusten Falschgeldstatistik: Für das Jahr 2020 meldet das Bundesamt für Polizei gefälschte Schweizer Banknoten im Nominalwert von rund 837'000 Franken. Das ist beinahe vier Mal so viel wie im Vorjahr. Auch im mehrjährigen Vergleich ist es ein Spitzenwert: Zwischen 2015 und 2019 schwankte die Summe jeweils zwischen 208'000 und 340'000 Franken – lag also deutlich tiefer als vergangenes Jahr.

In die Höhe getrieben hat die Deliktsumme 2020, dass mehr falsche 1000er-Noten im Umlauf waren. 568 gefälschte Tausender weist die Statistik aus – mehr als vier Mal so viele wie im Vorjahr. Der Grossteil davon wurde mit einem Tintenstrahldrucker gefälscht.

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) ist wegen der höheren Zahlen aber nicht beunruhigt. «Wir sehen hier keinen Trend», sagt Sprecher Florian Näf. «Das ist eine natürliche Schwankung.» Wenn in einem Fall sehr viele Blüten festgestellt würden oder zufälligerweise gleich mehrere grössere Fälle auftauchten, könne dies die Falschgeldstatistik in einem Jahr nach oben treiben. Nähere Angaben macht das Fedpol nicht. In die Statistik fliessen zum einen die Meldungen von Banken, Polizei und anderen Institutionen ein, zum anderen die Ergebnisse der teils mehrjährigen Ermittlungen des Fedpol.

Trotz Zunahme: Falschgeld bleibt selten

Über die letzten Jahrzehnte hat Falschgeld in der Schweiz in der Tendenz deutlich abgenommen. Zum Vergleich: 2000 meldeten die Behörden noch 17'654 falsche Tausender – mehr als 30 Mal so viele wie 2020. Näf betont:

Im Vergleich mit anderen Ländern Falschgeld in der Schweiz heute sehr selten im Umlauf.

Ein Grund dafür sei, dass Schweizer Banknoten sehr schwierig zu fälschen seien. «Mit der neuen Banknotenserie wurde die Sicherheit nochmals erhöht», sagt er. Zudem sei der Schweizer Geldmarkt klein. In anderen Worten: Für Fälscher ist es attraktiver, Noten zu produzieren, die vielerorts gebraucht werden – also zum Beispiel Euro oder US-Dollar.

Gefälschte Schweizer Noten sind laut Fedpol von blossem Auge erkennbar – sofern man sich denn darauf achtet. «Wenn man genau hinschaut und die Sicherheitsmerkmale kennt, kann man Fälschungen gut erkennen», sagt Näf.

So erkennen Sie die Sicherheitsmerkmale (Video: Schweizerische Nationalbank):

Falschgeld kann laut Fedpol überall auftauchen, wo im Alltag Bargeld verwendet wird. Oft lande es beim Grossverteiler, am Kiosk, an der Tankstelle oder auf der Post. Wer den Verdacht hat, eine gefälschte Note erhalten zu haben, sollte sich gemäss Fedpol an die Polizei oder an eine Bank wenden.