Mehr Anstand in der Wohler Politik
Mehr Anstand in der Wohler Politik

Statt grosse Vorsätze zu fassen, sollten sich die Protagonisten in Wohlen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen: Zu einer besseren Diskussionskultur rief der neue Einwohnerratspräsident Arsène Perroud am Neujahrsapéro in Wohlen auf.

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Mehr Anstand in der Wohler Politik

Mehr Anstand in der Wohler Politik

JÖRG BAUMANN

Mit dem Crashkurs ist man in der Wohler Politik in der Vergangenheit nicht gut gefahren. Für den zukünftigen Einwohnerratspräsidenten Arsène Perroud ist es an der Zeit, der Konfrontation abzuschwören und einen anderen Weg einzuschlagen. Aber zu diskutieren, einen Konsens zu finden, bedeute immer auch, der Gegenseite ein Stück vom Kuchen abzugeben, ihr Recht zu geben, meinte Perroud. «Gemeinsame Vorsätze, gemeinsame Nenner entwickeln sich nur, wenn man von der eigenen Meinung abrücken kann und das Gegenüber respektiert und angemessen betrachtet.»

Mehr Umweltschutz

In Wohlen wäre man gut beraten, wenn man die ökologischen Herausforderungen und den vernünftigen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen lernen würde, sagte Perroud. Wohlen leiste mit dem Label Energiestadt einen kleinen Beitrag dazu. Jeder Einzelne sei aber aufgerufen, mehr für den Umweltschutz zu tun und die «Endlichkeit der fossilen Energie» anzuerkennen. Perroud rechnete vor, dass wir mehr als zwei Erdkugeln brauchen würden, wenn die Schweizer ihren Energieverschleiss beibehalten möchten. Aber auch der Schutz der Minderheiten und Leistungsschwachen müsse auf der täglichen Agenda erscheinen, betonte Perroud. Und die Art und Weise der politischen Aus- einandersetzungen müsse sich in Wohlen verändern und verbessern. Persönliche Angelegenheiten und Antipathien müssten einer sachorientierten, transparenten und mit Respekt ausgetragenen Politik weichen. Auch Gemeindepolitiker müssten anerkennen, dass sie nur kleine Rädchen in der Gesellschaft seien und den Lauf der Geschichte nur bedingt beeinflussen könnten.

Das Gute nicht verschweigen

Im Grossen und Ganzen dürfe man aber auf das stolz sein, was in Wohlen gut gelaufen sei, wand Perroud seiner Gemeinde ein Kränzchen. Das sei bei dieser heterogenen Bevölkerungsstruktur, der misslichen Anbindung an den öffentlichen Verkehr, der schlechten finanziellen Lage und den fehlenden attraktiven Wohnlagen und grossen Arbeitgebern gar nicht so einfach. Wohlen dürfe sich aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen, dürfe aber das Positive getrost einmal in den Vordergrund stellen.