Schweizer scheinen demnach die Tendenz zu haben, nachdem die Kinder aus dem Haus sind, in ihren gewohnten Wohnverhältnissen zu verharren - obwohl ihre Behausungen zu gross sind für ihre Bedürfnisse und der jüngeren Generation dienlicher wären.

Gemäss einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS) aus dem Jahr 2016 entwickelt sich das "Sitzleder" der Älteren erst mit dem Pensionsalter leicht zurück: Wohneigentum wird als Erbvorbezug an die Nachkommen weitergegeben - manchmal auch aus praktischen Gründen, weil Treppensteigen und Gartenarbeit mühsamer werden. Doch auch mit 85 Jahren lebt noch gut ein Viertel im angestammten Einfamilienhaus.

Auch die Pensionierten, die in Mietwohnungen leben, ziehen selten in kleinere Apartments um. Das hängt auch damit zusammen, dass nach jahrzehntelangem Mietverhältnis der Zins tief ist: Die Durchschnittsmiete von über 65-Jährigen beträgt 1187 Franken, 253 Franken weniger als bei jüngeren Personen. 43 Prozent der Senioren und Seniorinnen wohnen in Dreizimmerwohnungen mit einer Miete von unter 1000 Franken.

In den kommenden Jahren steht aber gemäss BFS ein grosser Wandel bevor. Lebten 2016 noch 1,5 Millionen über 65-Jährige in der Schweiz, werden es 2045 mehr als 2,7 Millionen sein. Der Anteil der Seniorinnen und Senioren wird von 18 auf 27 Prozent steigen.

Um die Bedürfnisse nach Verkleinerung bei gleichzeitiger Kontinuität unter einen Hut zu bringen, wäre das modulare Bauen eine Lösung, schlägt das BFS vor: Dabei können bestehende Geschosswohnungen je nach Anforderung verkleinert oder vergrössert werden. "Solche Wohnungen existieren, werden jedoch auf dem Markt noch relativ selten angeboten", schreibt das Amt.