Afghanistan

Mehr als 100 Zivilisten bei US-Luftangriff in Afghanistan getötet

US-Angriff Grund für zivile Opfer

US-Angriff Grund für zivile Opfer

Bei US-Luftangriffen in der südwestafghanischen Provinz Farah sind nach Informationen afghanischer Abgeordneter aus der Region mehr als 100 Zivilisten getötet worden.

"Nach Berichten, die wir heute im Parlament von örtlichen Anwohnern und Provinzbeamten bekommen haben, wurden mehr als 100 Dorfbewohner getötet, darunter Frauen und Kinder", sagte der Parlamentarier Mohammad Musa Nasrat.

Sein Amtskollege Obaidullah Hilali sagte, die Zahl der bislang mehr als 100 zivilen Opfer könne ansteigen, weil weiterhin Menschen unter den Trümmern bombardierter Häuser lägen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bestätigte den Tod von Zivilisten.

"Unser Team ist am Dienstagnachmittag in die Dörfer gegangen und hat Dutzende Leichen gesehen, darunter Frauen und Kinder", sagte IKRK-Sprecherin Jessica Barry in Kabul. Unter den Opfern seien ein Helfer des Roten Halbmonds, des IKRK-Partners in Afghanistan, und 13 seiner Familienangehörigen.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai ordnete von den USA aus eine Untersuchung an. Karsai nannte die zivilen Opfer nach Angaben seines Sitzes in Kabul "nicht zu rechtfertigen und inakzeptabel". Eine gemeinsame amerikanische und afghanische Untersuchungskommission habe sich auf den Weg nach Farah gemacht.

Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen im vergangenen Jahr mehr als 2100 Zivilisten in Afghanistan gewaltsam ums Leben, 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 55 Prozent der zivilen Opfer machte die UNO Aufständische verantwortlich, für 39 Prozent die ausländischen und afghanischen Truppen, sechs Prozent konnten nicht zugeordnet werden.

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