Pakistan

Mehr als 100 Tote bei Gefechten im Norden Pakistans

Bewohner des Swat-Tals unter Beschuss

Bewohner des Swat-Tals unter Beschuss

Bei Gefechten im Norden Pakistans sind mehr als 100 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche Zivilisten. Gemäss Armeeangaben kamen mindestens 77 Aufständische und drei Angehörige der Sicherheitskräfte ums Leben.

Der Nachrichtensender Dawn berichtete, auch 35 Zivilisten seien bei Gefechten in der Taliban-Hochburg Swat und dem Nachbardistrikt Buner gestorben. Es war der blutigste Tag seit Beginn der Militäroperationen im Norden Pakistans vor eineinhalb Wochen. Insgesamt kamen seitdem mehr als 350 Menschen ums Leben.

In Swats Distrikthauptstadt Mingora drohten bei Gefechten auch Dutzende Waisenkinder ins Kreuzfeuer zu geraten. Der Chef des Waisenhauses "Our Home" (Unser Zuhause), Mohammad Ali, sagte, Soldaten hätten auf dem Dach des Hauses Stellung bezogen.

Die Truppen würden von dort aus auf Taliban-Kämpfer schiessen. Die Taliban hätten das Feuer zunächst nicht erwidert: "Aber das kann jederzeit geschehen." Im Erdgeschoss des Gebäudes sässen 80 Kinder und einige Mitarbeiter des Heims fest.

Die Islamisten hätten eine Smaragdmine unter ihre Kontrolle gebracht, sagte ein Sprecher des Militärs. Die Armee beschiesse Stellungen der Aufständischen mit Artillerie. Bodentruppen würden von Kampfhelikoptern unterstützt.

Ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und den Aufständischen ist zwar offiziell bislang nicht aufgekündigt worden. Durch die Eskalation der Gewalt in der Region steht das Abkommen aber kurz vor dem Aus. Taliban-Sprecher Muslim Khan sagte der Zeitung "The News", die Aufständischen hätten "90 Prozent" des Swat-Tals unter ihrer Kontrolle.

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