Nach Bundesratsentscheid
Mehlwürmer-Burger und Grashüpfer-Hackbällchen: Der grösste Schweizer Insektenzüchter reibt sich die Hände

Der grösste Schweizer Insektenzüchter rüstet sich für die Food-Grossproduktion. Dies nachdem der Bundesrat Mehlwürmer und Grashüpfer für die Küche zugelassen hat. Ein Besuch bei der Firma Entomos in der Innerschweiz.

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Mehlwürmer, Grillen und Wanderheuschrecken können ab 1.Mai 2017 legal auf Schweizer Tellern landen. Der Bundesrat hat am Freitag grünes Licht gegeben für den Handel und Verkauf von Insekten. Geregelt ist das in einem Teil des neuen Schweizer Lebensmittelrechts.

Urs Fanger, Geschäftsführer des Biounternehmen Entomos im Kanton Luzern, freut der Entscheid, denn er ist der einzige Schweiz Produzent von Insekten. "Wir wollen auf den 1. Mai 2017 bereits sein, wenn das Gesetz in Kraft tritt, um Insekten als Lebensmittel zu vertreiben."

Fanger ist überzeugt, dass in Insekten als Nahrungsmittel grosses Potenzial steckt. "Insekten sind viel nachhaltiger zu produzieren als herkömmliche Proteine. Aus den Ressourcen ist mit Insekten viel mehr herauszuholen."

Auch Coop glaubt an Insekten als Nahrungsmittel. Ab Frühling will der Detailhändler Burger und Hackbällchen anbieten.

Und wie kommen Mehlwürmer und Grillen bei den Konsumenten an? Die Meinungen sind gemischt. "Das ist eigentlich nicht unsere Kultur. Aber vielleicht würde ichs probieren", sagt ein Passant. Ein anderer meint: "Ja, warum nicht?"

Urs Fanger jedenfall glaubt an die Zukunft dieses Produkts: "Das Potenzial ist umso grösser, als man aus Insekten Mehl, Granulat oder Pulver herstellen darf, um sie in Produkten zu verarbeiten", sagt er gegenüber TeleZueri.

Entscheidend ist für Fanger der Preis: Er dürfe nicht in der Höhe des Rindfleischpreises liegen, höchstens bei jenem des Poulets.

Die Firma Entomos wurde 2009 als Spin-off der Andermatt-Gruppe gegründet, die seit 1988 Produkte für den biologischen Pflanzenschutz erstellt.

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