Maximaler Schaden

Der immaterielle Schaden, den die Postauto-Affäre ausgelöst hat, lässt sich nicht so leicht aus der Welt schaffen. Der Ruf der ganzen Post wurde beschädigt.

Roman Schenkel
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Roman Schenkel

Roman Schenkel

Finanziell zieht die Schweizerische Post einen Schlussstrich unter die Postauto-­Affäre. Über 205 Millionen Franken zahlt die Postauto Schweiz AG zurück an Bund, Kantone und Gemeinden – davon gehen 2,81 Millionen Franken an die Zentralschweizer Stände. Die materielle Schuld gegenüber dem Steuerzahler ist damit beglichen.

Den immateriellen Schaden jedoch, der lässt sich nicht so leicht aus der Welt schaffen. Die Schlüsselfiguren an der Postspitze haben es geschafft, für einen verhältnismässig kleinen finanziellen Vorteil einen maximalen Imageschaden anzurichten. Der Ruf der ganzen Post wurde beschädigt. Und das, obwohl das Unternehmen als Ganzes – Postauto miteingeschlossen – eigentlich gute Dienstleistungen erbringt.

Zudem haben die Bilanz-Tricksereien Postchefin Susanne ­Ruoff, zwei Verwaltungsräten, der gesamten Geschäftsleitung der Postauto-Sparte sowie dem Präsidenten von CarPostal France den Kopf gekostet. Die Abgänge der Führungskräfte waren aufgrund ihres Mitwissens wohl unumgänglich. Nichtsdestotrotz: Dem Konzern ging mit den Abgängen sehr viel Know-how und Erfahrung verloren. Und das in einer Situation, in welcher der Gelbe Riese mit der unklaren Zukunft von Postfinance und den schrumpfenden Erträgen im Briefgeschäft weit gewichtigere Baustellen hat.

Und der Aderlass könnte noch nicht zu Ende sein: Erst die Ergebnisse des vom Bundesamt für Polizei geführten Verwaltungsstrafverfahrens werden die Postauto-Affäre endgültig beenden. Bis dann bleibt das Fragezeichen hinter Postpräsident Urs Schwaller gesetzt.