Armee

Maurer erwägt aus Kostengründen Verzicht auf Gripen-Simulatoren

So bewirbt Saab den Kampfjet Gripen

So bewirbt Saab den Kampfjet Gripen

Bundesrat Ueli Maurer hat am Dienstag erneut den bundesrätlichen Entscheid für den Gripen-Kampfjet verteidigt - und Spekulationen zurückgewiesen. Die Schweiz müsse sich nicht an den Entwicklungskosten beteiligen und die RUAG habe sich nicht wegen der Endmontage für den Gripen ausgesprochen.

Maurer bezeichnete entsprechende Berichte als Gerüchte. "Es stimmt nicht, dass sich die Schweiz an den Entwicklungskosten beteiligen muss", sagte der Verteidigungsminister am Dienstag an einem sogenannten Kasernengespräch für Medienschaffende in Schönbühl BE.

Er versicherte, dass die 22 Gripen-Jets von Saab nicht teurer werden als 3,1 Milliarden Franken. Dieser Preis sei garantiert, obwohl das neue Modell E/F erst als Prototyp existiert. Derzeit werden mit den Schweden Termine ausgehandelt. Details will der Bundesrat Mitte Jahr in der Rüstungsbotschaft präsentieren.

"Spekulationen darüber, dass die Schweiz Risiken eingehe, stimmen nicht", sagte Maurer. Die Preise jedenfalls seien fix - hinzukommen könne höchstens noch die Teuerung: "Es kann im Gesamtpaket keine Überraschungen geben, die wir nicht kennen."

"RUAG spielte keine Rolle"

Maurer zufolge entspricht es zudem nicht den Tatsachen, dass der bundeseigene Rüstungskonzern RUAG den Gripen wegen der lukrativen Endmontage gewollt habe. "Bei allen drei Anbietern waren die Mehrkosten für die Endmontage im Paket eingerechnet", sagte er.

Die Endmontage in der Schweiz sei von Bedeutung, weil man das Know-how für später brauche. Die RUAG sei zudem in die Gespräche um den Typenentscheid nicht eingebunden gewesen: "Sie wusste nicht, was wir kaufen, und es spielt für die RUAG auch keine Rolle."

Auf Simulatoren verzichten

Um die Kosten für die Jets im Zaum zu halten, will Maurer auf Teile des Saab-Pakets verzichten. Die Schweizer Armee könne beispielsweise auf Simulatoren verzichten oder Piloten und Mechaniker gemeinsam mit den Schweden ausbilden. Auch Trainings in Schweden statt in der Schweiz stünden zur Diskussion.

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