Armeebudget

Maurer: Armee-Abbau ist «unter dem Strich ein Abbau von Sicherheit»

Bundespraesident Ueli Maurer in Mägenwil

Bundespraesident Ueli Maurer in Mägenwil

18 statt 21 Wochen Rekrutenschule und nur noch 100000 Soldaten – Verteidigungsminister Ueli Maurer hat sich zu den Plänen über den Umbau der Armee geäussert. Eine schlankere Armee bedeute unter dem Strich «den Abbau von Sicherheit», sagte er.

Die geplante Reduktion des Truppenbestandes habe zur Folge, dass die Schweiz während mehrerer Wochen im Jahr «keine Armee» habe. «Wir bewegen uns in Zukunft auf relativ dünnem Eis», sagte der Bundespräsident an einem Kasernengespräch in Mägenwil AG.

Schlanker und flexibler: Das sind die Merkmale, welche die künftige Armee laut Maurer aufweisen soll. Dafür soll der Truppenbestand von heute rund 180'000 Armeeangehörigen auf 100'000 reduziert werden.

Die Rekrutenschule würde 18 statt 21 Wochen dauern, und die Zahl der Ausbildungstage würde von 260 auf 225 Tage reduziert. Die Wiederholungskurse wiederum sollen neu zwei statt drei Wochen dauern.

Schliessung von Waffenplätzen

Die Abbaupläne sind Teil des Projekts «Weiterentwicklung der Armee» (WEA), dessen Inhalt bereits Gegenstand von Medienberichten war. Dabei war auch über die Schliessung von Waffenplätzen spekuliert worden.

Für Maurer sind dies angesichts der Grösse der Armeereform «Details, die lokal von Bedeutung sein mögen».

Er lasse sich aber nicht auf Spekulationen über die Zukunft einzelner Waffenplätze ein, sagte der Verteidigungsminister auf dem Ausbildungsgelände in Mägenwil AG.

Konkret äusserte sich Maurer dafür zum künftigen Logistikkonzept: Das Material soll demnach wieder dezentral gelagert werden, damit die Armeeangehörigen rasch ausgerüstet werden können. Die heute fünf Logistikzentren sollen mit mehreren Standorten ergänzt werden.

Im Juni in die Vernehmlassung

Damit soll die Armee in Zukunft aus dem Stand auf ausserordentliche Ereignisse reagieren können. Und das sind laut Maurer kaum Verteidigungskriege, sondern beispielsweise Naturkatastrophen.

Die Unterstützung der zivilen Behörden ist denn auch eine der zentralen Aufgaben der künftigen Armee.

Die Änderung des Militärgesetzes wird laut Maurer im Juni in die Vernehmlassung geschickt. Die Umsetzung der Armeereform soll dann 2016 beginnen und 2020 abgeschlossen sein.

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