Büren

Matthias Widmer oder Claudia Witschi

Stehen zur Wahl: Claudia Witschi (SP) und Matthias Widmer (SVP). (Bild: Urs Lindt)

Wahlen

Stehen zur Wahl: Claudia Witschi (SP) und Matthias Widmer (SVP). (Bild: Urs Lindt)

Sozialdemokraten und Bürgerliche sehen sich beide als Sieger der Gemeindewahlen in Büren. Sie machen sich jetzt das Amt des Gemeindepräsidienten streitig. Am 13. Dezember müssen die Wählerinnen und Wähler an der Urne entscheiden.

Jürg Amsler

«60 Prozent haben bürgerlich gewählt. Wir haben vom Wahlvolk einen klaren Auftrag erhalten, der uns geradezu verpflichtet, einen Kandidaten fürs Gemeindepräsidium zu stellen.» Dieter Herrmann, Präsident der SVP, bestätigt gestern auf Anfrage, dass sich Matthias Widmer der Herausforderung stellen wird. Mit dem besten Resultat aller Kandidierenden hat Claudia Witschi (SP) am letzten Wochenende ihrer Partei zu einem zweiten Sitz im Gemeinderat verholfen. Wer in der Behörde Einsitz nehmen wird, ist noch nicht bekannt. «Wir suchen immer noch nach einer Person aus den links-grünen Lager, die dieses Amt übernehmen will.» SP-Präsident Rudolf Käser tröstet sich damit, dass seiner Partei für die Eingabe der Nomination eine Frist bis nächsten Freitag gesetzt worden sei.

«Eines aber steht fest,», sagt Käser, «nach dem Superwahlergebnis von Claudia Witschi, wollen wir mit ihr das Gemeindepräsidium erobern.» Bürgerliche wie SP pochen also darauf, das höchste Amt im Stedtli zu besetzen. Somit ist jetzt klar: Die Wählerinnen und Wähler sind am 13. Dezember erneut zur Urne gerufen. In einer Majorzwahl soll die Nachfolge des wegen Amtszeitbeschränkung abtretenden Gemeindepräsidenten Hermann Käser bestimmt werden.

Keine Einigung gefunden

«Ich mag mich nicht erinnern, dass sich die Parteien nach den Gemeindewahlen auf keinen gemeinsamen Vorschlag einigen konnten.» Dieter Herrmann bedauert zwar, dass mit «Traditionen» gebrochen wurde, sieht darin nicht unbedingt einen Nachteil: «Jetzt haben es die Wählerinnen und Wähler in der Hand, wem sie ihre Stimme geben wollen und wer in den nächsten vier Jahren dem Gemeinderat vorstehen wird.» In diesem einen Punkt kann Rudolf Käser beipflichten, wehrt sich aber gegen Vorwürfe: «Es liegt nicht an uns. Claudia Witschi hat klar am meisten Stimmen erhalten. Allein dies rechtfertigt ihre Kandidatur.»

Dies will Herrmann nicht gelten lassen und beruft sich auf das Gesamtresultat der Erneuerungswahlen: «Mit knapp zwei Dritteln aller Wählerstimmen haben die bürgerlichen Parteien eine komfortable Mehrheit erzielt. Wenn dem nicht so wäre, stünde für uns die Kandidatur von Matthias Widmer nicht zur Diskussion.»

Erfahren oder unverbraucht

SP-Präsident Käser hat Mühe, dies zu verstehen: «Wieso können die Bürgerlichen nicht über den eigenen Schatten springen? Als bisherige Vizepräsidentin verfügt unsere Kandidatin über ausreichende Erfahrung in der Gemeindepolitik.» Dies streitet Herrmann nicht ab und muss neidlos attestieren: «Claudia Witschi hat ihre Arbeit gut gemacht.» Er schiebt aber gleich nach: «Matthias Widmer ist wohl neu in den Gemeinderat gewählt worden. Er ist aber politisch noch unverbraucht, kann neue Ideen einbringen.» Der SVP-Präsident muss es ja wissen. Er hat vor Jahren ebenfalls als neues Behördemitglied gleich das Gemeindepräsidium übernommen.

Herrmann ist sich bewusst: «Unser Kandidat wird gegen die SP-Frau einen schweren Stand haben. Er ist im Stedtli weit weniger bekannt.» Es liege nun an den bürgerlichen Parteien, dies nachzuholen und ihre Wählerinnen und Wähler ein zweites Mal zu mobilisieren. Herrmann: «Wenn sie sich gegen unseren Kandidaten entscheiden, so werden wir den Volkswillen respektieren und zur politischen Tagesordnung übergehen, das heisst Sachpolitik betreiben.»

Vizepräsidium an die FDP

Neben dem Gemeindepräsidium sind noch drei weitere Gemeindeämter zu vergeben. Diese sind nicht umstritten, ja es zeichnet sich sogar eine Vakanz ab. «Wir visieren ganz klar das Amt des Gemeindepräsidenten an und stellen keine weitere Kandidatinnen oder weiteren Kandidaten für die anderen Ämter.» Rudolf Käser gibt unmiss-verständlich zu verstehen, welche Strategie die SP verfolgt. Unterstützung erhalten die Linken vom Forum. «Wir stellen uns hinter die Kandidatur von Claudia Witschi.» Therese Anneler, Forum-Präsidentin weiter: «Auf das Amt des Vizepräsidenten oder der Vizepräsidentin der Gemeindeversammlung verzichten wir.»

Nicht so die Bürgerlichen: Mit Herbert Kocher (FDP) wollen sie das Amt des Vizegemeindepräsidenten beanspruchen. Hermann Käser (SVP) soll neu Präsident der Gemeindeversammlung werden. Da die Beiden unbestritten sind, gelten sie schon jetzt als gewählt. Offen bleibt nach dem Rückzieher des Forums einzig das Vizepräsidium der Gemeindeversammlung. Es sei denn; es finde sich bis übermorgen Montag, 12 Uhr, noch eine Kandidatin oder ein Kandidat.

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