Griechenland

Massenproteste gegen Sparprogramm der griechischen Regierung

Das öffentliche Leben in Athen steht still

Das öffentliche Leben in Athen steht still

Einen Tag vor dem EU-Sondergipfel in Brüssel haben in Griechenland tausende Staatsbedienstete gegen die drastischen Sparpläne der Regierung demonstriert. Flug- und Bahnverkehr sowie Behörden, Schulen und Universitäten des Landes waren lahmgelegt.

Zu dem 24-Stunden-Streik hatte die Beamtengewerkschaft Adedy ihre rund 300'000 Mitglieder aufgerufen. Die Gewerkschaft prangert die Sparmassnahmen der sozialistischen Regierung an. Diese sieht angesichts der Budgetkrise ein hartes Sparprogramm vor mit drastischen Lohnkürzungen und Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst.

In Athen gingen rund 10'000 Menschen auf die Strassen, in Thessaloniki etwa 3000. Mit Transparenten und Schildern, auf denen sie Bankern, Unternehmern und Politikern die Schuld an der Krise und deren Folgen gaben, machten die Demonstranten ihrem Unmut Luft.

Auch die der Kommunistischen Partei nahestehende Gewerkschaft PAME rief ihre Mitglieder auf, sich dem Protest anzuschliessen; etwa 5000 Personen folgten dem PAME-Aufruf in Athen.

Ministerien, Finanzämter, Kommunalverwaltungen und Bildungseinrichtungen wurden bestreikt. Die Bahngesellschaft OSE schränkte den nationalen Verkehr wegen eines neunstündigen Ausstands der Eisenbahnergewerkschaft POS stark ein.

Die beiden grössten Fluggesellschaften Olympic Air und Aegean strichen alle nationalen Verbindungen, weil auch die Fluglotsen streikten. Die Beteiligung am Streik lag nach Angaben der Gewerkschaft der Staatsbediensteten bei etwa 85 Prozent.

Griechenland steckt in einer schweren Budgetkrise. Athen hatte der EU jahrelang falsche Statistiken über sein Budgetdefizit übermittelt. Erst im Dezember, zwei Monate nach ihrer Wahl, korrigierte die neue griechische Regierung die Angaben für das Defizit von sechs auf zwölf Prozent nach oben.

Die Budgetkrise in Griechenland wird am Donnerstag auch von den EU-Staats- und Regierungschefs beim Sondergipfel in Brüssel behandelt. Bereits am Mittwochnachmittag befassten sich die Finanzminister der Euro-Gruppe mit Griechenland.

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