„Ich hätte mir eine grosszügigere Regelung gewünscht“, sagt Kretschmann im Interview mit der „Schweiz am Sonntag“. „Dass nun für Grenzgänger Einzelfallprüfungen eingeführt werden sollen, gefällt mir nicht. Eigentlich waren wir uns mit der Schweiz einig darüber, dass die Frage der Grenzgänger pragmatisch gelöst werden soll. Der jetzige Vorschlag scheint mir allerdings wenig praktikabel.“

Mit Verweis auf die 50‘000 Grenzgänger aus Baden-Württemberg sagt Kretschmann weiter: „Zu niemandem haben wir eine engere und wichtigere Wirtschaftsbeziehung als zur Schweiz. Es ist in unserem gemeinsamen Interesse, dass wir eine möglichst offene Regelung finden, soweit es das Ergebnis der Abstimmung zulässt.“ Natürlich respektiere Baden-Württemberg das Abstimmungsresultat. Aber: „Die Schweiz schneidet sich mit einer Zuwanderungsbegrenzung ins eigene Fleisch. Sie wird im Bereich der medizinischen Fachkräfte ein Problem bekommen, weil sie bei Pflegern und Ärzten stark auf Zuwanderung angewiesen ist.“

Ausbauen will der Grüne den Austausch über direkte Demokratie, wie er gegenüber der „Schweiz am Sonntag“ sagt: „Gemeinsam mit dem Kanton Aargau haben wir schon mehrere Demokratiekongresse durchgeführt. Diese wollen wir nun ausweiten zu einem europäischen Netzwerk.“