Jürg Amsler

«Ein Defizit von 749 250 Franken ist recht markant, aber nicht beunruhigend.» Pius Leimer, im Gemeinderat Büren zuständig für die Finanzen, würde der Gemeindeversammlung am 1. Dezember im Rathaussaal lieber schwarze Zahlen im Budget 2010 präsentieren. «Schon für dieses Jahr haben wir ein Defizit von 290 000 Franken vorgesehen. Nach neusten Informationen wird dies jedoch nicht eintreffen. Wir werden um einige 100 000 Franken besser abschliessen.» Schon deswegen sieht der Finanzvorsteher wegen des erneut negativen Voranschlages keinen Grund, «in ungesunder Hektik» zu agieren. «Eine Kurzschlusshandlung ist nicht angebracht. Wir werden die Steueranlage nicht erhöhen und an den Gebühren nichts ändern.» Das wird die Bürer und Bürerinnen freuen - und sie müssen Leimer vertrauen. Der Banker ist lange genug im Geschäft, um die Gemeinde nicht ins finanzielle Fiasko zu führen.

Pius Leimer weiss, worauf das Defizit vor allem zurückzuführen ist: «Bedingt durch die geplanten Investitionen - oberste Priorität geniesst die Umfahrung Bahnhofstrasse - werden die harmonisierten Abschreibungen höher ausfallen. Zudem stehen Projekte an, die Folgekosten mit sich bringen.» Leimer warnt: «Trotz dem Eigenkapital von gut acht Millionen Franken muss die Gemeinde an der Finanzpolitik der überschaubaren Schritte festhalten.»

Keine Schönmalerei

Mehr Sorgen als der Voranschlag 2010 bereitet Pius Leimer der Finanzplan 2010 bis 2014. Nicht weil er von der Gemeindeversammlung abgesegnet werden muss. Leimer spielt mit offenen Karten: «Schönmalerei ist fehl am Platz. Die Prognosen sehen ausserordentlich schlecht aus. Trotzdem schlagen wir bewusst nur eine Variante mit unveränderter Steueranlage vor. Das Eigenkapital wird in den nächsten fünf Jahren kontinuierlich bis auf eine Million Franken sinken. Vorausgesetzt, die geplanten grösseren und kleineren Projekte werden wirklich alle umgesetzt.»

Der Routinier im Gemeinderat - für Leimer ist die kommende Legislatur die dritte und letzte - will keineswegs auf Panik machen: «Der Finanzplan ist nicht in Stein gemeisselt. Die Prognosezahlen müssen vom neu gewählten Gemeinderat in dessen ers-tem Amtsjahr kritisch hinterfragt werden.» Der Finanzvorsteher bekräftigt: «Die Behörde muss in neuer Zusammensetzung nicht ein unbefriedigendes Erbe übernehmen. Ihre Handlungsfreiheit darf nicht eingeschränkt werden.»