Marder, Iltisse und Fische müssen länger warten

Wiesel, Fisch und Co. sowie Automobilisten brauchen mehr Geduld: Die Bauarbeiten für den Kleintierdurchlass beim Schloss Hallwyl, die den Einsatz einer Lichtsignalanlage bedingen, haben sich verzögert und dauern gut einen Monat länger als ursprünglich geplant.

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schloss

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Aargauer Zeitung

Fritz Thut

Der Krebsbach, der oberhalb des Schlosswassergrabens rechts abzweigt, den Kiesplatz um- und die Boniswilerstrasse unterfliesst, bekommt künftig einen viel grösseren Durchlass unter der Kantonsstrasse und wird dadurch ein wichtiges Glied bei der Vernetzung des Wildtierkorridors Hallwil-Seengen, der das Wynental mit dem Boniswilerried verbindet.

Gegenwärtig wird im Tagbau der Kleintierdurchlass (eine Röhre mit einem Aussendurchmesser von rund drei Metern) quer zur Kantonsstrasse zwischen Boniswil und Seengen verlegt. Begonnen hat man auf der Nordseite, wo zuerst der Radweg verlegt wurde, damit man später auf dem Niveau des Aabachs einen so genannten Warteraum einrichten kann.

«Beim Lichtsignal wird es einfach nie grün» Mit einer Lichtsignalanlage wird der Strassenverkehr auf der Kantonsstrasse zwischen Boniswil und Seengen während der Bauzeit des Kleintierdurchlasses geregelt. Viele Automobilisten haben sich beim erstmaligen Anstehen gewundert: «Bei diesem Lichtsignal wird es einfach nie grün.» Dass mit einem orange blinkenden Licht an der untersten Position die einspurige Strecke freigegeben wird, ist allerdings nichts Besonderes, sondern so üblich, wenn sich innerhalb der geregelten Strecke ein Fussgängerstreifen befindet. Dies ist hier der Fall, überqueren doch alle Schlossbesucher an dieser Stelle die Strasse zwischen Parkplatz und Haupteingang. In der zweiten Bauphase, wenn der südliche Teil des Durchlasses verlegt wird, können die Fussgänger die Strasse nicht mehr beim markierten Streifen überqueren. Es werden zwei provisorische Übergänge angelegt, einer etwa beim Stauwehr und ein zweiter am Ostende des Parkplatzes.Als «Zückerchen» für die zusätzlichen Umtriebe dürfen die Besucher zurzeit gratis parkieren: Die Parkuhren sind «ausser Betrieb». (tf)  

«Beim Lichtsignal wird es einfach nie grün» Mit einer Lichtsignalanlage wird der Strassenverkehr auf der Kantonsstrasse zwischen Boniswil und Seengen während der Bauzeit des Kleintierdurchlasses geregelt. Viele Automobilisten haben sich beim erstmaligen Anstehen gewundert: «Bei diesem Lichtsignal wird es einfach nie grün.» Dass mit einem orange blinkenden Licht an der untersten Position die einspurige Strecke freigegeben wird, ist allerdings nichts Besonderes, sondern so üblich, wenn sich innerhalb der geregelten Strecke ein Fussgängerstreifen befindet. Dies ist hier der Fall, überqueren doch alle Schlossbesucher an dieser Stelle die Strasse zwischen Parkplatz und Haupteingang. In der zweiten Bauphase, wenn der südliche Teil des Durchlasses verlegt wird, können die Fussgänger die Strasse nicht mehr beim markierten Streifen überqueren. Es werden zwei provisorische Übergänge angelegt, einer etwa beim Stauwehr und ein zweiter am Ostende des Parkplatzes.Als «Zückerchen» für die zusätzlichen Umtriebe dürfen die Besucher zurzeit gratis parkieren: Die Parkuhren sind «ausser Betrieb». (tf)  

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Südseite nach den Ferien

«Wegen des schlechten Wetters im Februar und März sowie wegen der komplizierten Lage der Werkleitungen» habe man die Bauarbeiten nicht gemäss dem ursprünglichen Zeitplan vorantreiben können, hält Kreisingenieur Manuel Baldi fest, der hier als Bauleiter fungiert.

Das Wetter könne man nicht beeinflussen und müsse man hinnehmen, doch die Entwirrung der zahlreichen Werkleitungen (Strom, Telefonie, EDV, Gas, Frisch- und Abwasser) sei wegen Plänen, die mit der im Boden vorgefundenen Realität bei weitem nicht übereinstimmen, deutlich länger gegangen als geplant. Entgegen der ursprünglichen Hoffnung musste nun auch nach dem Start der Schloss-Saison gearbeitet werden. Der Publikumsverkehr bedingte natürlich auch zusätzliche Rücksichtnahme der Bauarbeiter.

So kann man die zweite Hälfte der Tiefbauarbeiten und die Verlegung des Südteils der grossen Röhre erst nach den Frühlingsferien in Angriff nehmen und nicht wie vorgesehen im März. Mit «ein bis eineinhalb Monaten Verzögerung» rechnet Kreisingenieur Baldi. Damit werden die Bauarbeiten erst im Mai abgeschlossen.

Umgehungsgewässer für Fische

Das Ende der Arbeiten rund um die Kantonsstrasse ist nicht der Abschluss des ganzen Projekts. Der Kleintierdurchlass ist lediglich die Beseitigung des Haupthindernisses des ganzen Wildtierkorridors. Der Kanton, der dafür rund 700 000 Franken aufwirft, kommt hier einer Auflage der Politik nach: Als man im März 2005 bei der Revision des Hallwilerseeschutzdekrets die Spezialzone Schloss Hallwyl ausschied, wurde als Kompensation der Paragraf 7 eingefügt, der das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) zu «ökologischer Vernetzung zwischen See und Aabach» verpflichtet.

Diesem Auftrag kommt man gemäss BVU-Koordinator Stefan Meier nun nach. Die im Volksmund bereits «Iltistunnel» genannte Röhre dient dabei nicht nur «bodenlebenden Arten mit hohem Mobilitätsanspruch» (wie Steinmarder, Mauswiesel, Iltisse oder Biber), sondern auch als Umgehungsgewässer für Fische.

Weitere ergänzende Massnahmen werden folgen und sollen den Vernetzungserfolg garantieren. Diese Arbeiten will man gemäss Meier bis Ende 2010 abgeschlossen haben. Ein intensives Monitoring soll dabei sicherstellen, dass die Massnahmen greifen und die Investitionen in die Natur auch Ertrag abwerfen.

Das Gericht hörte nicht auf den Verteidiger. Carlos wurde zu sieben Monaten Freiheitsstrafe bedingt verurteilt wegen Gefährdung des Lebens und Freiheitsberaubung. In drei weiteren Anklagepunkten - mehrfache Nötigung, mehrfache Drohung und mehrfache Tätlichkeiten - wurde das Verfahren auf Gesuch von Isabel eingestellt.