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Manor-Projekt: Einen Schritt weiter

Projekt Manor: So wird dereinst der mit 70 Millionen Franken veranschlagte Neubau in Liestal aussehen.

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Projekt Manor: So wird dereinst der mit 70 Millionen Franken veranschlagte Neubau in Liestal aussehen.

Mit dem Manor-Projekt geht’s vorwärts – endlich: Das Baugesuch wurde eingereicht, der Mietvertrag mit der Manor ist unterschrieben und der Investor gefunden. Noch in den Sternen steht aber der Baustart des 70 Millionen Franken teuren Einkaufscenters.

Alessandra Paone

Noch dürfen die Bagger an der Büchelistrasse in Liestal nicht auffahren. Das Manor-Projekt nimmt aber allmählich konkretere Formen an. Gestern wurde das Baugesuch für das neue Einkaufscenter in Liestal eingereicht und vor einigen Tagen der Mietvertrag mit der Manor unterzeichnet. Auch steht nun definitiv der Investor fest: Die beiden Promotoren Ulrich Beyeler und Beat Kähli haben am 15. Juli die Bekab AG gegründet. Diese soll die Finanzierung sowie die Realisierung des Bauvorhabens sicherstellen. Die Bekab AG zeichnet für die weitere Projektentwicklung verantwortlich. Am Mittwochabend wurden der Liestaler Stadtrat - vertreten durch Stadtpräsidentin Regula Gysin und Stadträtin Marion Schafroth -, die Anstösser und Nachbarn sowie der Einwohnerrat über das Projekt orientiert.

Die Nettoverkaufsfläche des Warenhauses beträgt 7200 Quadratmeter. Manor tritt zwar als Gesamtmieter auf, vermietet aber grössere Flächen des Gebäudes weiter. Wer diese ergänzende Mieter sein sollen, ist noch unklar. Die direkte Anbindung des Warenhauses an das Zentrum von Liestal wurde vertraglich mit einem öffentlichen Durchgang in die Kanonengasse und die Rathausstrasse abgesichert. Die Anlagekosten belaufen sich nach jetzigem Projektstand auf rund 50 Millionen Franken. Hinzu kommen ungefähr 20 Millionen Franken für den Ausbau und die Einrichtung, die jedoch von der Manor AG getragen werden.

«Wir sind unserem Ziel ein gutes Stück näher gekommen», freut sich Ulrich Beyeler. Zu euphorisch will der Projektentwickler aber nicht sein, denn um ans Ziel zu gelangen, müssen noch einige Hürden genommen werden. So läuft bis ungefähr Ende August das Bewilligungsverfahren. Entscheidend sind hier die Einsprachen. «Das Problem ist, dass wir weder die Komplexität noch die Anzahl der Einsprachen einschätzen können», sagt Beyeler. Bis jetzt wurde eine eingereicht. Beyeler kann aber nichts Konkretes dazu sagen, zumal die Begründung des Verfassers noch aussteht.

Verhandlungen mit Stadt laufen noch

Auch auf politischer Ebene ist der Weg noch nicht ganz geebnet. Weil der Ende 2007 vom Liestaler Einwohnerrat genehmigte Quartierplan abgeändert worden ist, muss er dem Stadtparlament nochmals vorgelegt werden. Neben dem Baugesuchsverfahren läuft parallel also auch das Verfahren betreffend die Änderung des Quartierplans. Dieses schliesst das öffentliche Mitwirkungsverfahren mit ein, das bis Ende Juli dauert. Die Promotoren hoffen, bis Ende September grünes Licht von Seiten des Einwohnerrates zu erhalten. Denn erst nach der Zustimmung kann der Quartierplan erarbeitet und dem Regierungsrat zur abschliessenden Genehmigung vorgelegt werden.

Ein weiterer offener Punkt ist die Regelung der Grundeigentumsverhältnisse. Beyeler ist in dieser Sache aber optimistisch. Die Verhandlungen zwischen der Stadt Liestal und den Promotoren seien auf gutem Weg. Nicht zuletzt dank der beiden von der Stadt eingesetzten Verhandlungspartner, dem Basler Advokaten Andreas C. Albrecht und Michael Konrad von der Futuro Immobilien AG in Arlesheim (die bz berichtete). Noch nicht abgeschlossen sind zudem die Verhandlungen über das Parkhaus Bücheli. Fest steht, dass das neue Parkhaus mit rund 340 Parkplätzen allen Besuchern des Stedtli offen steht. Unklar ist hingegen, wer das Parkhaus erstellt und schliesslich betreibt. Beyeler ist aber auch hier zuversichtlich: «Die Stadt Liestal und die Bekab AG werden sich finden.»

Diese Meinung vertritt auch Regula Gysin. «Die Stadt Liestal wurde regelmässig und korrekt über den Stand des Projekts informiert», sagt Liestals Stadtpräsidentin. Sie freut sich sehr, dass man beim Projekt endlich einen Schritt weiter gekommen ist. Ihr sei aber natürlich klar, dass das Einkaufscenter «weder heute noch morgen» seine Tore öffnen werde. Während der vielen Jahre im Stadtrat habe sie gelernt, dass solch grosse Projekte vor allem wegen der Grundeigentumssicherung nicht über Nacht realisiert werden können. Sowohl Gysin wie auch Beyeler hüten sich, einen möglichen Termin für den Baustart oder die Eröffnung der neuen Manor zu nennen.

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