Gesundheitswesen

Mangel an Organspenden: Spitäler könnten mehr tun

Ein Organspendenausweis (Archiv)

Ein Organspendenausweis (Archiv)

Der Grund für den chronischen Mangel an Organspenden liegt nicht nur bei der Bevölkerung. Beim Ableben respektive Hirntod eines Patienten zögern viele Spitäler immer noch, sich für eine Organspende stark zu machen.

Mit 11,8 Organspendern pro Million Einwohnern gehört die Schweiz in Europa auf diesem Gebiet nach wie vor zu den Schlusslichtern. Wie in anderen europäischen Ländern lehnen etwa 30 Prozent der Leute eine Organentnahme bei verstorbenen Angehörigen ab.

In der Schweiz stehen derzeit 1050 Personen auf der Warteliste für eine Organtransplantation. 62 Personen starben letztes Jahr, weil das rettende Organ nicht zur Verfügung stand.

Der Grund dafür ist nach Feststellungen von Theodor Weber vom Bundesamt für Gesundheit weniger in der Haltung der Bevölkerung als bei den Spitälern zu suchen. "Dort ist das Verbesserungspotenzial am grössten."

Aus einem potenziellen Spender einen tatsächlichen Spender zu mache, bedinge grossen Einsatz. So sind die Gespräche mit den Angehörigen eine psychologische Herausforderung, die viel Energie und Vorbereitungen erfordern.

Zudem stehen grosse organisatorische Umtriebe an: Ein Operationssaal müsse sichergestellt werden, es muss Personal mobilisiert und ein Team zusammengestellt werden, das die Organentnahme vornimmt.

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