Krankenversicherung

Managed Care: Ständeratskommission will tieferen Selbstbehalt

Managed Care ist das Schlagwort - wer darauf verzichtet, zahlt mehr (Symbolbild)

Managed Care ist das Schlagwort - wer darauf verzichtet, zahlt mehr (Symbolbild)

Patienten sollen in Zukunft einen höheren Selbstbehalt bezahlen, wenn sie sich keinem Versorgungsnetz anschliessen. Dafür hat sich nach dem Nationalrat auch die Gesundheitskommission des Ständerates ausgesprochen. Die Höhe des Selbstbehaltes ist jedoch umstritten.

Nach dem Willen des Nationalrates sollen Patienten in Zukunft bestraft werden, wenn sie sich nicht einem integrierten Versorgungsnetz anschliessen. Sie sollen 20 Prozent Selbstbehalt bezahlen statt - wie heute - 10 Prozent.

Die Gesundheitskommission des Ständerates (SGK) hat sich mit 9 zu 2 Stimmen für ein anderes Modell entschieden, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Nach ihrem Willen sollen jene, die sich einem Versorgungsnetz anschliessen, mit einer Reduktion des Selbstbehalts belohnt werden. Sie sollen künftig nur noch 5 Prozent bezahlen.

Wer sich keinem Versorgungsnetz anschliesst, soll 15 Prozent bezahlen. Im Nationalrat hatte die Linke sich mit diesem Vorschlag nicht durchsetzen können. Auch in weiteren Punkten hat die Ständeratskommission anders entschieden als der Nationalrat.

Obergrenze für Selbstbehalt

So möchte sie die Obergrenze des Selbstbehaltes im Gesetz verankern, und zwar bei 500 beziehungsweise - für den höheren Selbstbehalt - 1000 Franken. Der Bundesrat soll die Kompetenz erhalten, die Obergrenzen der Kostenentwicklung anzupassen. Der Nationalrat hatte es abgelehnt, einen Höchstbetrag festzuschreiben.

Einig sind sich Nationalrat und Ständeratskommission darin, dass die Versicherer verpflichtet werden sollen, innerhalb von drei Jahren mindestens ein integriertes Versorgungsnetz anzubieten. Die Ständeratskommission will aber davon absehen, dass die Netzwerke unabhängig organisiert sein müssen.

Zugestimmt hat die Ständeratskommission auch der vom Nationalrat festgelegten Vertragsdauer: Wer sich einem integrierten Versorgungsnetz anschliesst, soll vertraglich drei Jahre gebunden sein.

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