Atomkraft
«Man kann ein AKW nicht ewig nachrüsten»

CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt (SO) schlägt ein neues Abschaltkonzept für Atommeiler vor. Das Risiko von Schadenersatzforderungen seitens der Betreibergesellschaften hält er für gering.

Lorenz Honegger
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Stefan Müller Altermatt: «Irgendwann altert ein Reaktor nur noch.»

Stefan Müller Altermatt: «Irgendwann altert ein Reaktor nur noch.»

Keystone

Herr Müller, die Energiekommission will die Auflagen für über 40-jährige AKW verschärfen. Doch wirklich begeistern kann sich niemand für den Vorschlag.

Stefan Müller: Es braucht auch keine Begeisterung. Die Grünen beharren auf fixen Abschaltterminen und die SVP hätte lieber gar keine Regelung. Letztlich haben wir einen guten Kompromiss gefunden. Ich bin zufrieden.

Die Stromkonzerne müssen künftig eine «steigende Sicherheit» gewährleisten. Ein schwammiger Begriff.

Überhaupt nicht. Das ist schon heute gängige Praxis. Die Sicherheit steigt mit jeder Nachrüstung. Es bedeutet aber auch, dass man ein AKW nicht ewig nachrüsten kann. Irgendwann altert ein Reaktor nur noch.

Doris Leuthard ist gegen eine Gesetzesbestimmung in der Abschaltfrage. Diese könnte die ganze Energiewende gefährden.

Das wird es nicht. Nüchtern betrachtet braucht es nämlich eine Bestimmung, um das Ausfahren von Atomreaktoren zu verhindern. Denn heute kann man ein AKW so lange laufen lassen, wie es sicher ist. Im Umkehrschluss heisst das, dass man es erst abschalten muss, wenn es nicht mehr sicher ist.

Was ist, wenn die Betreiber bei einer staatlich verordneten Abschaltung Schadenersatz fordern?

Die Gefahr besteht nur theoretisch und nur beim AKW Beznau, für das eine Beschränkung von 60 Jahren geplant ist. Die Besitzer könnten behaupten, sie hätten ihre Investitionen auf eine noch längere Laufzeit ausgerichtet. Das wäre aber keine glaubwürdige Position.