Mali
Mali-Geiseln: Freilassung kostet 3,3 Millionen

Die Befreiung der Schweizer Geisel Werner Greiner am vergangenen Sonntag gibt Anlass zu verschiedensten Spekulationen. Im Zentrum der Diskussion steht die Frage nach der Kostenübernahme.

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Mali, Geisel

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Keystone

Claudia Landolt Starck

Laut "Blick" kostet die Freilassung von Walter Greiner und seiner Frau den Bund 3,3 Millionen Franken. Offenbar bat Aussenministerin Micheline Calmy-Rey Ende Juni die Finanzdelegation des Parlaments um einen dringlichen Vorschuss. "Blick weiss: Es ging um einen Nachtragskredit von 3 Millionen Franken." Die Boulevardzeitung beruft sich auf die den SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger. Dieser sagt: "Wir stimmten dem Vorschuss mit Auflagen zu. Wir wollten sicher sein, dass die Mittel nicht für Lösegeldzahlungen verwendet werden. Calmy-Rey gab uns ihr Wort."

Offenbar ist eine Kostenbeteiligung der Opfer bei Entführungen Standard, vor allem, wenn Empfehlungen des EDA zum sicherheitspolitischen Standard eines Landes nicht befolgt werden. Auf der Homepage des EDA heisst es unmissverständlich: "Hilfeleistungen sind in der Regel kostenpflichtig. Wenn Sie infolge Missachtung der Reisehinweise des EDA in eine Notlage geraten, können Kosten anfallen, die von der Reiseversicherung nicht übernommen werden."

Das EDA warnt ausdrücklich von Reisen nach Mali und Niger sowie an die Grenzgebiete der beiden Staaten. Es macht darauf aufmerksam, dass *das Entführungsrisiko im gesamten Gebiet nördlich und östlich der Linie, die von Kayes nach Mopti führt, sehr hoch ist, und das in grossen Teilen der Sahara bewaffnete Banden und islamistische Terroristen aktiv sind, die von Schmuggel und von Entführungen leben."

Laut dem Ombudsmann der Schweizer Reisebüros sind seit dem Attentat in Luxor keine Beschwerden seitens Reisenden in Sachen Gefährdungen durch Drittpersonen eingegangen. Das soll aber auch daran liegen, dass Schweizer Reisebüros mit der Wahl ihrer Destinationen grundsätzlich vorsichtig seien.

Gut möglich, dass auf die Greiners nun einen Teil ihrer Rettungskosten übernehmen müssen. Das Ehepaar ist bekannt als Afrika-Fans. Im Januar dieses Jahres reisten sie an ein Touareg-Fest bei Menaka. Diese Region im Grenzgebiet zu Niger gilt als Hochburg der Tuareg-Rebellen.

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