Geschlechterkampf

Männerverband ist empört über Bundesrat

Mit dem Forum«maenner.ch» haben sich vor rund sechs Jahren 2800 Maenner aus 15 bisherigen Organisationen zusammengeschlossen. (Archiv)

Männer wollen gleiche Rechte.

Mit dem Forum«maenner.ch» haben sich vor rund sechs Jahren 2800 Maenner aus 15 bisherigen Organisationen zusammengeschlossen. (Archiv)

Der Bundesrat will keine Kompetenzstelle für Buben- Männer- und Väterfragen schaffen. Dies stösst beim Dachverband der Schweizer Männerorganisationen auf harsche Kritik. Er bezeichnet den Bundesrat als «passiven Brandstifter».

Der Männerdachverband ist entsetzt: «Der Bundesrat zeigt Buben, Männern und Väter die kalte Schulter», schreibt er heute in einer Mitteilung.

Grund für die Aufregung ist die Antwort des Bundesrates auf die Motion von Alec von Graffenried. Der Grüne Nationalrat fordert darin, die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen (EKF) in eine Eidgenössische Kommission für Geschlechterfragen umzuwandeln oder eine Kompetenzstelle für Buben-, Männer- und Väterfragen einzurichten. Der Bundesrat hat für das Anliegen allerdings wenig übrig.

«Schwierig Männer für Mitarbeit zu gewinnen»

In seiner am Mittwoch veröffentlichten Antwort garantiert er zwar, dass die EKF bei ihrer Arbeit auch die männliche Perspektive mitberücksichtige. Jedoch sind in der 20-köpfigen EKF-Kommission bis jetzt nur drei Männer vertreten.

«Die Kommission hat bereits verschiedentlich Schritte unternommen mit dem Ziel, den Männeranteil zu erhöhen. Allerdings hat sich bei diesen Bemühungen gezeigt, dass es schwierig ist, Männer für eine Mitarbeit in der Kommission zu gewinnen», so der Bundesrat.

Ein Affront für Markus Theunert, Präsident von männer.ch und selbst Mitglied der EKF. «Das ist eine vollkommen absurde Ausrede», sagt er. Er könne aus dem Stand ein halbes Dutzend bestens qualifizierte Persönlichkeiten aufzählen.

Verstoss gegen geltendes Recht?

Auch Motionär Alec von Graffenried ärgert sich: «Man stelle sich die Aufregung vor, wenn der Bundesrat den Einbezug von Frauen mit der Begründung ablehen würde, dass deren Interessen und Perspektiven durch die Männer bereits ausreichend <mitberücksichtigt> würden.»

Und Theunert setzt noch einen drauf. Gemäss der Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung des Bundes müssen laut dem männer.ch-Präsident in allen ausserparteilichen Kommissionen mindestens 30 Prozent beider Geschlechter vertreten sein. In der EKF sind es 15 Prozent. «Wer den Männern eine eigenständige Rolle im Gleichstelungsprozess verwehrt, macht sich der passiven Brandstiftung schuldig.»

Ob das Parlament mehr Verständnis für Männerfragen hat, wird sich zeigen, wenn die Motion in den Räten zur Beratung kommt - noch ist offen, wann das sein wird.

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