In einer Stellungnahme an den Bund plädiert der Verein Männer.ch dafür, die Regulierung von Pornografie und Prostitution generell von «moralisch geprägten Regelungen» zu befreien. Im Zentrum müsse stattdessen die Aufklärung stehen, der Schutz von Integrität und Gesundheit sowie die Stärkung der sexuellen Autonomie. Was die Männer darunter verstehen, ist politisch höchst umstritten.

So fordert der Verband mit seinem Präsidenten Markus Theunert etwa, dass bei der Definition der (verbotenen) harten Pornografie gänzlich auf «moralisch-ästhetische Kriterien» verzichtet wird, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Lernen, mit Pornos umzugehen

Dies würde bedeuten, dass künftig auch Sexszenen mit Exkrementen oder einvernehmliche sadomasochistische Praktiken gezeigt werden dürfen. Zudem plädieren die Männer dafür, dass auch an den Schulen Pornos gezeigt werden, und zwar selbst Jugendlichen unter 16 Jahren. So sollen die Schüler rechtzeitig lernen, mit der ohnehin allgegenwärtigen Pornografie umzugehen.

Eltern, aber auch Lehrer müssten die Möglichkeit haben, die Jugendlichen «in verantwortungsvoller Weise beim Erkunden dieses Terrains zu begleiten», heisst es in dem Papier. Nötig wäre dazu eine Lockerung des Strafgesetzbuches, denn dieses verbietet heute die Vorführung von pornografischem Material bei unter 16-Jährigen.