Mädchenfussball

Mädchenfussball: Kopftuch im Aargau verboten

Fussball und Kopftuch

Fussball und Kopftuch

Fussballspielen ist bei vielen Mädchen ein Akt der Emanzipation. Blöd, wenn sie dabei ein Kopftuch tragen. Denn dann ist Kopftuchtragen Tabu. Auch im Aargau.

Claudia Landolt

Ob Kopftuch oder Haarspängeli: Hauptsache, es behindert und verletzt niemanden. Das ist die Devise, die bisher galt. Die Devise der Fifa. Seit aber im vergangenen Jahr eine Schweizer Spielerin einen gläubigen Muslim heiratete und zum Islam konvertierte, ist Kopftuchtragen auch im Mädchenfussball ein Thema.

Sonja Testaguzza, Frauenverantwortliche beim Schweizerischen Fussballverband Bern sagt: «Laut Fifa ist das Kopftuch nicht erlaubt.» Vor allem in internationalen Spielen sei dieser Entscheid unumstösslich. In regionalen Spielen werde jeweils auch der Schiedsrichter in die Entscheidungsfindung miteinbezogen.

Für den ehemaligen Fussballverantwortlichen der Region Aargau, Alex Eberle (bis zum 1.1.10 im Amt; sein Nachfolger war für eine Stellungnahme leider nicht erreichbar), ist klar: «Mit Kopftuch geht nicht». Ein Thema sei es allerdings im Aargau (noch) nicht. Möglicher Grund hierfür: Der Ausländerinnenanteil im Mädchenfussball ist sehr klein - im Gegensatz zum Männerfussball, wo er bei 50 Prozent liegt, sogar im Nachwuchs.

Kopftuchtragen als «Apartheid», das hat die türksichstämmige Soziologin Necla Kelek (52) mehrfach verlauten lassen. Die polarisierende Muslimin - sie war für das Minarettverbot und den Bau von neuen Moscheen - prangert die Unterdrückung im Islam an. Sie findt, diese Religion solle endlich «modern» werden. In einem Interview mit dem «Tages Anzeiger» im Januar sgate Kelek:«Das Kopftuch ist ein religiöses Gebot. Es ist ein Symbol einer bestimmten persönlichen und politischen Identität. Über das Kopftuch sagt der Koran nichts, der Schleier ist eine von Männern durchgesetzte Tradition und Ausdruck der Macht über Frauen. Ich bin allerdings dagegen, dass Kinder Kopftuch tragen. Denn Kopftücher zwingen schon kleine Mädchen in eine bestimmte Geschlechterrolle. Das ist Apartheid pur.»

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