Madagaskars Staatschef deutet Bereitschaft zu Referendum an

Präsident Marc Ravalomanana

Präsident Marc Ravalomanana

In Madagaskar hat sich der seit Monaten andauernde Machtkampf verschärft. Präsident Marc Ravalomanana lehnt einen Rücktritt vehement ab. Zuvor hatte ihn die Opposition ultimativ zur Abdankung aufgefordert und eine Übergangsregierung ernannt.

Er werde "niemals" zurücktreten, sagte Ravalomanana vor dem Präsidentenpalast in der Hauptstadt Antananarivo. Wenn jedoch ein Referendum zur Beilegung der Krise notwendig sei, werde er sich einer Abstimmung stellen, fügte der 59-jährige Staatschef hinzu, der sich in Begleitung seiner Ehefrau sowie bewaffneter Bewacher rund 5000 Anhängern zeigte.

Oppositionsführer Andry Rajoelina hatte dem Staatschef am Samstag umringt von tausenden Anhängern ein Ultimatum von "vier Stunden" für einen Machtverzicht gestellt. Der 34-jährige Rajoelina war in den Tagen zuvor aus Angst vor einer Verhaftung untergetaucht.

Zuvor hatte sich der Oppositionspolitiker Roindefo Zafitsimivalo Monja zum Ministerpräsidenten einer Übergangsregierung unter Rajoelinas Führung erklärt. Präsident Ravalomanana, Regierung sowie Parlament und Senat seien von ihren Pflichten entbunden worden, erklärte er. Die Opposition sei in die verlassenen Büros der Regierung eingezogen und übe nun die Macht aus.

In den kommenden zwei Jahren sollten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten werden, sagte Monja. Parlamentspräsident Jacques Sylla erklärte, dass der Rücktritt Ravalomananas die einzige Lösung sei. Militärchef André Andriarijaona signalisierte ebenfalls Unterstützung für die neue Regierung. Unklar blieb hingegen, wer der Armee nun die Befehle erteilt.

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