Die "Rothemden", wie die Anhänger des 2006 abgesetzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra nach der Farbe der Opposition genannt werden, lieferten sich in Bangkok ein Katz- und Maus-Spiel mit Soldaten, wie AFP-Reporter berichteten. Immer wieder wurden Demonstranten auseinandergetrieben und versammelten sich an anderen Orten erneut.

Die Armee gab mehrmals Warnschüsse ab und setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein, die ihrerseits Steine und Molotow-Cocktails auf die Sicherheitskräfte warfen.

Regierungsgegner setzten mehrere Busse in Brand oder steuerten in gestohlenen Bussen auf die Soldaten zu. Zwei Menschen starben nach offiziellen Angaben und 74 Menschen wurden laut Rettungskräften verletzt, die meisten von ihnen Demonstranten.

Die Armee verstärkte ihre Präsenz in der Nähe des Amtssitzes von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva. Hunderte Soldaten wurden in Lastwagen zu einem Platz gebracht, wo sich zahlreiche Regierungsgegner aufhielten. Diese zogen weiter zum Regierungssitz, wo sich nach Angaben eines Offiziers etwa 4000 Oppositionelle aufhielten.

Die Armee wollte demnach alle Protestteilnehmer an einen Ort treiben, um den Zustrom weiterer Demonstranten zu verhindern. In der Gegend nahe dem Regierungssitz ging ein Gebäude des Bildungsministeriums in Flammen auf, nachdem dort einem Wachmann zufolge mehrere Molotow-Cocktails explodiert waren.

Mehrere Länder, darunter Deutschland warnen vor Reisen nach Thailand. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mahnt Thailand-Reisende zur Vorsicht. Das EDA rät, Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen zu meiden.

Die thailändische Regierung hatte Ausländern in einer Fernsehbotschaft versichert, dass sie nicht in Gefahr seien. Die Armee habe die Flughäfen und wichtigen Infrastruktureinrichtungen gesichert.