Sie wurden im August aufgeboten den renitenten und mehrfach straffällig gewordenen Mann auf einem Zwangsaussschaffungsflug zu überwachen. Zuvor waren niederschwelligere Ausschaffungsversuche gescheitert.

Sie begleiten den mit Handschellen gefesselt Algerier zum Flughafen Genf. Auch im Flieger kann er sich nicht frei bewegen. Die Maschine landet an einem Freitagabend um 20.30 Uhr in Algier. Die Polizisten können den Mann den lokalen Behörden übergeben. Auftrag erfüllt. Doch die Mission ist nicht zu Ende. Die Luzerner sitzen am Flughafen fest, verpassen den für 0.40 Uhr geplanten Rückflug. Grund: Sie mussten bei der Ankunft in Algier ihre Pässe abgeben – und haben diese von den Zollbeamten nicht rechtzeitig zurückerhalten.

Ein Versehen? Oder die eigenwillige Art eines launischen Beamten, ein Zeichen gegen die umstrittenen Ausschaffungsflüge zu setzen? Ein Sprecher des Staatssekretariates für Migration SEM wiegelt ab und spricht von einem administrativen Problem. Dass die Polizisten ihre Pässe bei der Ankunft abgeben müssen, sei in Algier üblich. Sie müssen im Transit-Bereich auf ihren Rückflug warten und bekommen die Dokumente vor dem Boarding zurück. Das hat gemäss SEM bisher auch immer reibungslos funktioniert. Weil es in diesem Fall aber Probleme gab, musste die Schweizer Botschaft in Algerien intervenieren. Mit Erfolg. Die Polizisten konnten den Rückflug allerdings erst am Samstagabend um 18 Uhr antreten.