Finanzen

Luftwaffenchef Schellenberg kritisiert Armeepolitik des Bundesrats

Luftwaffenchef Aldo Schellenberg pocht auf Armeebudget von 5 Milliarden.

Luftwaffenchef Aldo Schellenberg pocht auf Armeebudget von 5 Milliarden.

Aldo C. Schellenberg beklagt eine «massive Unterfinanzierung» des Militärs. Daraus würden Mängel bei der Ausrüstung und dem Unterhalt entstehen. Auch die Planungssicherheit leide unter den fehlenden Mitteln.

Seit exakt 105 Tagen steht Aldo C. Schellenberg an der Spitze der Schweizer Luftwaffe. In seinem ersten Interview im Amt spricht der neue Kommandant in der «Nordwestschweiz» über seine überraschende Ernennung, den Kampfjet Gripen und die Zukunft der Patrouille Suisse.

Der 54-Jährige übt aber auch Kritik am Entscheid des Bundesrats, dem Militär in den kommenden Jahren nicht mehr als 4,7 Milliarden Franken jährlich zu gewähren. «Wir erhalten einen Auftrag, aber nicht die Mittel dazu. Das geht nicht auf», sagt er.

Schellenberg will 5 Milliarden

«Nicht nur die Luftwaffe, die ganze Armee ist seit Jahren massiv unterfinanziert. Das Armeebudget blieb konstant, während sich der Bundeshaushalt verdoppelte.» Die Folgen seien fehlende Planungssicherheit sowie Mängel bei Ausrüstung und Unterhalt.

In den kommenden Sessionen wird entschieden, ob die Armee künftig 5 Milliarden Franken pro Jahr erhält, wie es die bürgerliche Mehrheit will. Oder 4,7 Milliarden, wie es der Bundesrat will. Schellenberg gibt sich überzeugt, dass eine Erhöhung des Budgets auf 5 Milliarden ohne Kürzungen in anderen Departementen möglich wäre.

«Sie bekommen lediglich etwas weniger Ausgabenwachstum, als sie wollen. Das ist nicht das, was ich unter Sparen verstehe.»

Neue Idee für Patrouille Suisse

Im Interview lanciert Schellenberg eine neue Variante für den Erhalt der Schweizer Kunstflugstaffel: «Wir erklären das PC-7-Team zur Patrouille Suisse.» Von diesen Schulungsflugzeugen stünde eine grosse Anzahl zur Verfügung – und dies in roter Farbe. Mit der Ausmusterung der Tiger-Flotte stellt sich die Frage, womit die Patrouille Suisse künftig fliegt. F/A-18 und Gripen können nicht rot bemalt werden. Mit einsatzfähigen Kampfjets zu fliegen, wäre zudem «finanziell eher fragwürdig», so Schellenberg.

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