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Luftseilbahnen
Unglück am Lago Maggiore: Schweizer Seilbahnbetreiber erklärt, wie das Notbremssystem hätte funktionieren sollen

Nach dem Gondeldrama in Italien mit 14 Todesopfern, wurden drei Personen der Seilbahnbetreiber verhaftet. Sie haben zugegeben, dass das Notbremssystem absichtlich deaktiviert wurde. Das verurteilt der Schweizer Seilbahnverband zutiefst. Die Betreiber der Felseneggbahn im Kanton Zürich zeigen, wie die Notbremse funktioniert.

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Beim Seilbahnunglück in Italien kamen am Wochenende 14 Personen ums Leben. Wie sich herausstellte, war die Notbremse blockiert, sodass die Gondel nach dem Riss des Zugseils ungehindert ins Tal rasen konnte. Patrick Joss ist Betriebsleiter bei der Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg im Kanton Zürich und erklärt gegenüber «Tele Züri» das Prinzip der Notbremse.

Beim Riss des Zugseils, löse die Überwachung eine Fangbremse aus. Die zwei sogenannten «Fangbacken» verlaufen parallel zum Tragseil und würden in einem Notfall das Seil abklemmen und so die Bahn zum Stillstand bringen. Sie dürfe nur bei Wartungsarbeiten blockiert werden.

«Auf keinen Fall während des Betriebs - sonst wäre kein sicherer Betrieb möglich.»

Genau das sei aber beim Unglück in Norditalien passiert. Die Notbremse sei absichtlich blockiert worden, wie auch der zuständige italienische Polizeikommandant bestätigt. Wegen eines technischen Defekts, hätten die zuständigen Betreiber die Notbremse deaktiviert, um den Betrieb der Bahn zu ermöglichen. Als das Zugseil riss, schnappte folglich die Notbremse nicht mehr zu.

Der Branchenverband Seilbahnen Schweiz verurteilt das Vorgehen der italienischen Luftseilbahnbetreiber zutiefst. Berno Stoffel, Direktor des Verbands:

«Es ist schauderhaft, was da passiert ist, wenn es wirklich so passiert ist. Das ist verboten.»

Unklar sei nach wie vor, warum das Zugseil gerissen ist.