Seengen
Löst die Schwerzistrasse den Verkehrsknoten?

Zur Steigerung der Verkehrssicherheit hat Seengen eine Kommission eingesetzt. Nun wurden der Öffentlichkeit die Ergebnisse präsentiert. Als Echo erntete man die Anregung, die Schwerzistrasse als Haupteinfallachse aus Norden zu prüfen, um das Dorfzentrum vom Transitverkehr zu entlasten.

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Schwerzistrasse Seengen

Schwerzistrasse Seengen

Aargauer Zeitung

Fritz Thut

Hauptziel der von Vizeammann Hansruedi Gehrig präsidierten Verkehrsplanungskommission ist es, «Verkehrssicherheit und Wohnqualität zu steigern». Dazu machte man im letzten Jahr eine Umfrage unter der Bevölkerung. Aus diesen Eingaben erarbeitete man zusammen mit dem Aarauer Verkehrsplaner Hans Rudolf Schilling zwei Instrumente, um dem Gemeinderat Richtlinien für sinnvolle Massnahmen bereitzustellen.

In der Mehrzweckhalle wurden nun der «Massnahmenplan zur Hebung der Verkehrssicherheit» und der «Verkehrsrichtplan 2009» präsentiert. Bis zu den Sommerferien kann die Bevölkerung zu den Ergebnissen, die auch auf der Homepage der Gemeinde eingesehen werden können, im Mitwirkungsverfahren Stellung nehmen; die definitive Verabschiedung ist für den Herbst vorgesehen.

Neuralgische Zone Poststrasse

Im vorläufigen Massnahmenkatalog sind in vier Kategorien total 32 Punkte aufgezählt. Zur Beruhigung sind grössere Tempo-30-Zonen vorgesehen - auch im Zentrumsbereich. Die neuralgische Stelle ist die Poststrasse, die als Kantonsstrasse den von Egliswil her einströmenden Transit- wie auch viel lokalen Verkehr schlucken muss.

«Neugestaltung als sicheres Zentrum mit zweckmässiger Parkierung» heisst folgerichtig die Massnahme S4. Doch solange die Poststrasse zum Kantonsstrassennetz gehört, sind Anpassungen schwierig, eine Umteilung zur Gemeinde darum ratsam, so Schilling. Als Ausweichroute ist die Schulstrasse, auf der ein Mehrzweckstreifen vorgesehen ist, kaum tauglich.

Schwerzistrasse reaktivieren

Während Kommission und externer Planer die eigentlich auf der Hand liegende Lösung (bewusst) ignorierten, kam in der anschliessenden Diskussion die Rede mehrfach auf die Schwerzistrasse, die vom Musterplatz direkt in den bei der Apotheke ohnehin vorgesehenen Kreisel mündet. Der Transitverkehr auf der Achse Meisterschwanden-Egliswil könnte so elegant am Seenger Zentrum vorbeigeführt werden.

Bis Ende der 90er-Jahre war die Schwerzistrasse im kantonalen Strassenrichtplan aufgeführt und anschliessend (mit der Sanktion des Gemeinderates Seengen) gestrichen worden. Der ehemalige Gross- und Nationalrat sowie frühere Repla-Präsident Ulrich Fischer kämpfte damals vergeblich gegen diese Massnahme und will nun - zusammen mit etlichen andern Votanten - diese «einzig vernünftige Lösung» durch die Kommission nochmals intensiv prüfen lassen.

Damit soll ein nun schmaler Weg in eine Kantonsstrasse verwandelt werden. Dieser Vorschlag ist allerdings weniger humoresk als eine Kommissionsidee beim Schloss Hallwyl: Die Kantonsstrasse soll nördlich um die Mühleinsel führen.