Lohnvergleich wird unter dem Deckel gehalten

Die Finanzkommission Wohlen kritisiert, der Gemeinderat halte ungerechtfertigt einen Vergleich des Lohnniveaus der Gemeinde unter dem Deckel. Gemeindeammann Walter Dubler dementiert: «Anfang Jahr wird informiert.»

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Der Wohler Lohnvergleich kommt Anfang Jahr auf den Tisch

Der Wohler Lohnvergleich kommt Anfang Jahr auf den Tisch

Eddy Schambron

Der per Mail an alle Mitglieder des Gemeinderates und der Finanzkommission verbreitete Brief von Guido Benz, Präsident der Finanzkommission Wohlen, ist datiert vom Sonntag, 20. Dezember. Im Rahmen der Debatte rund um das Budget 2009 beziehungsweise der zu gewährenden zusätzlichen Lohnprozente habe die Finanzkommission versucht, sich ein Bild des Lohnniveaus der Gemeinde Wohlen im Vergleich zu anderen Gemeinden zu machen. Über längere Zeit gesehen, sei dies ein nicht unwichtiger Parameter zur Beurteilung des Lohnniveaus und der Lohnentwicklung in Wohlen.

Ergänzende Analyse

«Der Gemeinderat versprach, diese Frage im Rahmen der beschlossenen Verwaltungsanalyse zu klären.» Der Präsident der Finanzkommission sei schliesslich am 30. September 2009 mit einem Bericht der OBT Treuhand und einem Gehaltsvergleich der BDO Visura bedient worden. Der OBT- Bericht weise ein unbefriedigendes Ergebnis auf, dem BDO-Vergleich sei nichts abzugewinnen, weil darin praktisch nur schweiz- oder kantonsweite Vergleiche der verschiedenen Funktionen herausgelesen werden könnten. Die vom Gemeinderat angeforderte ergänzende Analyse sei der Finanzkommission nicht bekannt gegeben worden.

Die Finanzkommission habe ihre Beurteilung des Lohnniveaus der Gemeinde Wohlen ohne diese Unterlagen vornehmen müssen. «Seither herrscht Funkstille. Die Finanzkommission (und der Einwohnerrat) haben nichts mehr gehört, weder bezüglich Verwaltungsanalyse noch bezüglich ergänzenden Salär-Berichts», heisst es in dem Brief der Finanzkommission weiter. Die Kommission sei empört, dass Studien, Unterlagen, die vom Gemeinderat versprochen und vom Einwohnerrat verlangt wurden, «einfach in Schubladen verschwinden und nicht genutzt wer-den, obwohl sie Tausende von Franken kosteten».

Der Gemeinderat habe den Brief von Benz an seiner Sitzung vom 21. Dezember kurz diskutiert. Anfang Jahr werde der Gemeinderat zur Thematik umfassend informieren, erklärt Gemeindeammann Walter Dubler. «Wir sind uns bewusst, dass wir diesbezüglich noch eine Antwort schuldig sind.» Zunächst hätten aber Abklärungen getroffen werden müssen, die erst im Oktober beziehungsweise in November vorlagen. Abgesehen davon habe keine Dringlichkeit bestanden, da die Lohnentscheide im Einwohnerrat bereits gefällt gewesen seien. «Unnötige Hektik war nicht am Platz.» Die Veröffentlichung des Briefes von Finanzkommissionspräsident Benz erachtet Dubler als «nicht korrektes Vorgehen». Einige Fakten seien nicht richtig dargestellt und Benz habe sich vor dem Verfassen des Briefes auch nicht über den aktuellen Stand der Dinge informiert. «Das ist befremdend und stellt keine konstruktive Art dar, Unklarheiten aus dem Weg zu schaffen.»