Geheime Anlagen

Logistikanlage unter dem Hausberg Gom in Hausen ist (noch) geheim

Der Eingang zur Logistikanlage unter dem Hausberg Gom in Hausen. (Bild Werner Schneiter)

Geheime Anlagen

Der Eingang zur Logistikanlage unter dem Hausberg Gom in Hausen. (Bild Werner Schneiter)

VBS sagt Nein zu einem Besichtigungswunsch des Gewerbevereins Oberamt Die Logistikanlage unter dem Hausberg Gom in Hausen ist noch mit einer militärischen Schutzzone belegt und untersteht somit noch den Informationsschutzvorschriften. Sie kann (noch) nicht besichtigt werden, wie eine Anfrge des Gewerbevereins Oberamt beim VBS ergab.

Von Peter Brönnimann

Anschliessend an die Einweihung eines Gewerbebetriebes in Hausen traf sich ein Ausschuss des Gewerbevereins Oberamt zum Gedankenaustausch. Unter Präsident Rolf Rüegg, der zurzeit auch Präsident des Bezirksverbandes ist, diskutierte man die Lage in Hausen. Das Oberamt und im speziellen Hausen bietet seiner Bevölkerung erfreulicherweise viele gut funktionierende Gewerbebetriebe, die einen grossen Teil der Nachfrage abdecken. Aber was läuft sonst noch in Hausen? Den Palazzo-Club wollte niemand. Ein Golfplatz fand in Hausen noch zu wenige Anhänger. Die regionale Fussballanlage wurde abgelehnt. Der Gewerbeverein Oberamt suchte weiter und wurde im Untergrund fündig.


Unter dem Hausberg Gom befindet sich seit Jahrzehnten eine militärische Kaverne (Logistikanlage). Die Bevölkerung von Hausen und Umgebung hat keine Ahnung, wie gross die Kavernen sind und was dort eingelagert ist. Also beschloss der Ausschuss mit dem VBS respektiv Bundesrat Ueli Maurer Kontakt aufzunehmen. Das Anliegen: Der Gewerbeverein Oberamt möchte eine Besichtigung der Anlagen organisieren. Eingeladen würde die interessierte Bevölkerung vom Oberamt und ein Apéro vor oder in der Kaverne offeriert. Bei dieser Besichtigung sollte auch der Inhalt erklärt werden. Eine weitere Frage war, ob die Anlage eventuell auch verkauft würde.

Informationsschutzvorschriften
Rund drei Wochen später kam eine Antwort vom VBS, die lautet:
«Wir danken Ihnen für das Schreiben an Herrn Bundesrat Ueli Maurer vom 5.6.2009, in welchem Sie sich nach der Möglichkeit für eine Besichtigung der oben erwähnten Anlage durch die Bevölkerung sowie den Kauf der Anlage erkunden. Armasuiss Immobilien steuert als Bau- und Liegenschaftsorgan des VBS unter anderem auch den Dispositionsbestand (überzählige Immobilien VBS) mit dem Ziel, die Kosten möglichst rasch zu minimieren.
Die Logistikanlage ist noch mit einer militärischen Schutzzone belegt und untersteht somit noch den Informationsschutzvorschriften. Das bedeutet, dass der Zutritt nur für berechtigte Personen möglich ist und somit für Öffentlichkeit nicht zugängig.


Als Folge des rasch durchgeführten Personalabbaus bei der Logistikbasis der Armee, welche die VBS-Anlagen betreibt, ist es zudem nicht mehr möglich, bestimmte Leistungen wie das Öffnen von militärisch überzähligen Bunkern und Anlagen für Führungen zu erbringen. Selbst gegen vollen Kostenersatz könnten die Wehr- und Festungsanlagen aufgrund fehlender Personalressourcen im VBS - aber auch aus sicherheits- und bautechnischen Gründen - weder für interessierte Organisationen oder Privatpersonen zugänglich gemacht werden.


Nach heutigem Planungsstand wird die Anlage nicht verkauft werden. Der Bund beabsichtigt, nach Aufgabe der militärischen Nutzung, die Anlage im Bereich des Kulturgüterschutzes weiter zu nutzen.»
Anlässlich eines anschliessenden Telefongespräches mit dem zuständigen Sachbearbeiter in Bern wurde erläutert, dass neu für diese Anlage das Bundesamt für Kultur zuständig sei. Nach dem Wechsel von Amt zu Amt wäre es dann möglich, irgendwann die Tore zu öffnen und eine Besichtigung durchzuführen.
Leider waren die Bemühungen, den Einwohnern von Hausen und Umgebung eine Anlage in der Gemeinde vorzustellen, vorläufig umsonst. Der Gewerbeverein Oberamt wird bei Gelegenheit neue Ideen sammeln.

Meistgesehen

Artboard 1