Aufatmen bei den bürgerlichen Mitteparteien CVP und FDP: Die bisherigen Regierungsräte Guido Graf und Reto Wyss, aber auch FDP-Kandidat Fabian Peter haben den (erneuten) Sprung in die fünfköpfige Luzerner Regierung geschafft. Nicht einmal 700 Stimmen haben dem bisherigen SVP-Regierungsrat Paul Winiker für die Wiederwahl im ersten Wahlgang gefehlt. Die einzige Kandidatin Korintha Bärtsch (Grüne) landete auf dem fünften Platz – hinter Winiker, aber noch vor SP-Kandidat Jörg Meyer.


Genau 400 Stimmen liegt Bärtsch vor Meyer. Gemeinsam haben sie, dass sie sich vor dem bisherigen parteilosen Finanzdirektor Marcel Schwerzmann platziert haben. Noch wollten sich die Parteileitungen von SP und Grünen gestern nicht festlegen; allerdings dürfte es klar sein, dass sich Rot-Grün für den zweiten Wahlgang am 19. Mai auf eine Kandidatur einigt. «Links-Grün werden ihre Kräfte bündeln», sagte etwa Grüne-Präsident Maurus Frey.

Wundenlecken bei den Arrivierten

Ob die frühere Abmachung, sich auf jene Kandidatur mit mehr Stimmen zu einigen, weiter Bestand hat? SP-Präsident David Roth wie auch Maurus Frey verwiesen auf die Parteiversammlungen von morgen. Während sich SP und Grüne mit viel Schwung auf den zweiten Durchgang vorbereiten, ist bei den bisherigen Regierungsräten Paul Winiker und Marcel Schwerzmann Wundenlecken angesagt.

SVP-Präsidentin Angela Lüthold erachtete die fehlenden 700 Stimmen als Zufallsresultat. Nun gelte es, das Resultat zu analysieren und für den 19. Mai gerüstet zu sein. Das will auch Marcel Schwerzmann: «Ich musste vor vier Jahren und vor acht Jahren auch über den zweiten Wahlgang. Das ist also nicht überraschend. Nun gilt es, das Potenzial der bürgerlichen Wähler besser auszuschöpfen.» Dass ihm dabei auch Paul Winiker behilflich sein kann, darüber will Schwerzmann nicht spekulieren.


So oder so wird auch entscheidend sein, wie die Schützenhilfe von CVP und FDP aussehen wird. Von beiden Parteispitzen war gestern noch keine Prognose zu hören. Immerhin ist seitens der CVP auch eine Unterstützung für Rot-Grün möglich, wie Präsident Christian Ineichen andeutete: «Mit Korintha Bärtsch kann eine Frau unterstützt werden, mit Jörg Meyer gäbe es ein Bekenntnis zur Konkordanz.»