Organhandel
Liegen Organhandel-Gelder auf Schweizer Bankkonten?

Illegale Organhändler boten Nieren in der Schweiz an. Nun zeigt sich, dass dies noch nicht alles ist: Serbischen Medienberichten zufolge sollen Gelder der Organhändler auf Schweizer Bankkonten liegen.

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Keystone

Der Skandal um die mutmassliche Beteiligung am illegalen Organhandel von Kosovo-Präsident Hashim Thaci zieht immer weitere Kreise. So soll die serbische Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge Bankkonten im Ausland ausgemacht haben, auf denen Gelder aus dem illegalen Organhandel im Kosovo und in Albanien gelagert wurden.

Wie die serbische Boulevardzeitung «Blic» berichtet, dürften Bankkonten in der Schweiz, Albanien, Deutschland und in einigen anderen europäischen Staaten, auf die das Geld aus dem Organhandel überwiesen wurde, Beweise liefern, die auch zum aktuellen kosovarischen Premier Hashim Thaci führen könnten. Neben der Staatsanwaltschaft sei auch das FBI den Bankkonti auf die Spur gekommen.

Die Konten sollen laut «Blic» auf Personennamen laufen, häufig aber auch auf Namen falscher Hilfsorganisationen. Diese dienten den Kriminellen als Tarnung. Die serbische Sonderstaatsanwaltschaft untersucht den Organhandel im Kosovo seit 2008. Eine anonyme Quelle im Umfeld der serbischen Ermittler bestätigte der Nachrichtenagentur AFP jedoch die Informationen von «Blic».

Derweil geht selbst FDP-Ständerat und Sonderermittler des Europarates davon aus, dass die Gelder im Ausland liegen könnten. Mitglieder der sogenannten Drenica-Gruppe sollen demnach die Kontrolle über Gelder an sich gerissen haben, welche die UCK ursprünglich für den Befreiungskampf von der kosovarischen Diaspora erhalten hatte.

Diese Gelder seien unter anderem auf Bankkonten in der Schweiz und Deutschland gelagert worden. Die Mittel für die Gruppe hätten sich mit der Gründung des UCK-Fonds Atdheu Thërret (Das Vaterland ruft) «dramatisch erhöht», schreibt Marty in seinem Bericht.

Auch nach Konten aus dem mutmasslichen Drogen- oder Organhandel wird offenbar nicht geforscht. Beim Bundesamt für Justiz liege kein Rechtshilfegesuch Serbiens vor, sagte Sprecher Folco Galli.