Vaduz

Liechtenstein und Deutschland unterzeichnen Steuerabkommen

Liechtenstein-Regierungschef Tschütscher

Liechtenstein-Regierungschef Tschütscher

Liechtenstein und Deutschland wollen ihre unterkühlten Beziehungen mit dem Abschluss eines OECD-konformen Steuerabkommens normalisieren. Ein Abkommen gleichen Inhalts unterzeichnete das Fürstentum mit den Vereinigten Staaten bereits letzten Dezember.

Die Verträge über den Informationsaustausch in Steuerfragen regeln die erweiterte Amtshilfe bei allen Steuerdelikten. Unterschrieben wurde das Abkommen mit Deutschland in Vaduz vom Liechtensteiner Regierungschef Klaus Tschütscher und vom deutschen Botschafter Axel Berg. In einem nächsten Schritt wollen beide Länder ein Doppelbesteuerungsabkommen unter Dach bringen.

Der Liechtensteiner Regierungschef Klaus Tschütscher sagte, er betrachte es als seine Pflicht, alles zu tun, um wieder an die guten Beziehungen anzuknüpfen, die dem Fürstentum und Deutschland durch Geographie und Geschichte gegeben sein sollten. Die Unterzeichnung des Abkommens betrachte er als ersten Schritt dazu.

Das Bundesfinanzministerium in Berlin teilte mit, das Fürstentum habe sich entschieden, "nicht nur in den Bereichen Finanzmarktaufsicht, Geldwäsche und Terrorismusbekämpfung internationalen Standards zu folgen, sondern auch und gerade im Bereich der Besteuerung".

Das Fürstentum ist in den letzten Jahren von deutschen Politikern wiederholt als Hort für Fluchtgelder kritisiert worden. Einen Höhepunkt erreichte die so genannte Steueraffäre im Februar letzten Jahrs, als der damalige deutsche Postchef Klaus Zumwinkel als Steuerhinterzieher aufflog. Zumwinkel wurde in der Folge zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

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