Affäre Gaddafi

Libyen schiebt Schweiz Schwarzen Peter zu - Liste im Internet

Regierung Gaddafis mit einer neuen Kommunikations-Offensive

Regierung Gaddafis mit einer neuen Kommunikations-Offensive

Libyen wirft der Schweiz vor, für die Spannungen zwischen den beiden Ländern verantwortlich zu sein. Auf der Internetseite des Aussenministeriums listet Tripolis 27 Streitpunkte auf, die zur Eskalation geführt haben sollen.

Darunter sind die mangelnde Zusammenarbeit zwischen dem Schweizer Aussendepartement EDA und Genf, die Veröffentlichung der Fotos von Hannibal Gaddafi oder Äusserungen über eine allfällige gewaltsame Geiselbefreiung, die der spätere Bundesrat Didier Burkhalter im Mai dieses Jahres gemacht hatte.

Dies erklärte Hasni Abidi, Leiter des Genfer Forschungszentrums für arabische Länder (CERMAM), gegenüber dem Westschweizer Radio RSR. Es handle sich um eine neue Kommunikations-Offensive parallel zum juristischen Vorgehen, sagte der Libyen-Experte, der das vierseitige Schreiben an das EDA im Internet entdeckt hat.

"Die Libyer sind ungeduldig. Sie listen die Gründe auf für die Verschärfung der Situation." Damit sei man nach positiven Signalen in dieser Woche wieder am Ausgangspunkt angekommen. Libyen setze die Schweiz einem Wechselbad aus und warte deren Reaktion ab.

Diese bleibt vorerst aus: "Kein Kommentar", hiess es beim EDA auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA zu den Vorwürfen aus Tripolis.

Die Libyen-Affäre geht zurück auf die vorübergehende Verhaftung von Hannibal Gaddafi am 15. Juli 2008. In dem Zusammenhang sitzen zwei Schweizer Geschäftsleute seit Monaten in Libyen fest. Ihnen werden Visa-Vergehen und andere Delikte vorgeworfen.

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