Libanesen gedenken Ermordung Hariris vor vier Jahren

Zehntausende ziehen durch die Hauptstadt

Zehntausende ziehen durch die Hauptstadt

Hunderttausende Libanesen haben in Beirut der Ermordung des früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri vor vier Jahren gedacht. Sie versammelten sich auf dem Märtyrerplatz und hielten Fotos des antisyrischen Politikers in die Höhe.

"Die Stunde der Wahrheit und der Gerechtigkeit hat geschlagen", rief der Sohn des Ermordeten, Saad Hariri, mit Blick auf das UNO-Sondertribunal, das vom 1. März an in Den Haag die Hintergründe des Attentats aufklären soll. "Die Wahrheit klopft an die Türen derjenigen, die an einer Reihe von Verbrechen gegen den Libanon teilgenommen haben."

Exakt zum Todeszeitpunkt um 12.55 Uhr (Ortszeit) gedachten die Demonstrierenden mit einer Schweigeminute des Politikers. Bei dem Attentat in Beirut am 14. Februar 2005 waren neben Hariri noch 22 weitere Menschen ums Leben gekommen. Viele Libanesen machten das Nachbarland Syrien verantwortlich, die Regierung in Damaskus bestreitet aber eine Mittäterschaft.

Trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen warfen mutmassliche Anhänger der pro-syrischen Hisbollah Steine auf die Autos der Pro-Hariri-Demonstranten, als die Gedenkfeiern beendet waren. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt.

Die Kundgebung zum Jahrestag der Ermordung Hariris war bereits von der in rund drei Monaten geplanten Parlamentswahl geprägt. Neben der Nationalflagge des Zedernstaats schwenkten die Teilnehmer auch Fahnen der antisyrischen Parteien, die bei der Parlamentswahl kurz nach dem tödlichen Anschlag auf Hariri die Mehrheit gewonnen hatten.

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