Cleantech

Leuthard hat einen grünen Daumen

Schaut skeptisch: Doris Leuthard tritt in die Fussstapfen von Moritz Leuenberger als Umweltministerin.

Schaut skeptisch: Doris Leuthard tritt in die Fussstapfen von Moritz Leuenberger als Umweltministerin.

Die künftige Umweltministerin hat sich zur Ökologisierung der Wirtschaft bekannt. Laut dem Masterplan des Bundesrats soll die Schweiz international führend werden

Heute beschäftigt die sogenannte Cleantech-Industrie in der Schweiz bereits 155'000 bis 160'000 Menschen oder 4,5 Prozent der aktiven Bevölkerung. Die jährliche Bruttowertschöpfung belief sich 2008 auf 18 bis 20 Milliarden Franken. Damit habe dieser Wirtschaftssektor bereits eine ähnlich wichtige Bedeutung wie der Tourismus, sagte Leuthard vor den Medien.

Die Bedeutung von Technologien, Produktionsverfahren und Dienstleistungen, dank denen der Verbrauch natürlicher Ressourcen gesenkt werden kann, wird nach Ansicht von Leuthard noch zunehmen. Bis 2020 erwartet sie ein Marktvolumen von 2,2 Billionen Euro.

Negativtrend umkehren

Zwar sei die Schweiz in diesem Wirtschaftssektor weltweit gut positioniert, sagte Leuthard. Studien zeigten aber, dass die internationale Konkurrenz aufgeholt und die Schweiz ihren Vorsprung eingebüsst habe. Dies sehe man sowohl an den sinkenden Anteilen der Schweiz bei den weltweiten Cleantech-Patenten als auch am Rückgang der Welthandelsanteile bei Cleantech-Exporten.

Der Bundesrat will nun Gegensteuer geben. Er liess vom Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und vom Volkswirtschaftsdepartement einen Masterplan Cleantech Schweiz ausarbeiten. Details dazu werden Anfang November vorgestellt.

Zusammen mit dem abtretenden UVEK-Vorsteher Moritz Leuenberger stellte Leuthard die Vision und die Ziele vor, die der Bundesrat in dem Masterplan festlegte.

Ziele bis 2020

So soll die Schweiz ihren Ressourcenverbrauch auf ein "naturverträgliches Mass" verringern. Der Bundesrat möchte, dass die Schweiz zur weltweiten Impulsgeberin für Ressourceneffizienz wird und als Wirtschafts- und Innovationsstandort eine führende Position einnimmt.

Konkret soll die Schweizer Cleantechforschung bis 2020 in ausgewählten Bereichen an die Weltspitze vorstossen. Parallel dazu will der Bundesrat in diesem Sektor die Rahmenbedingungen für Bildung, Forschung, Wissens- und Technologietransfer so verbessern, dass Schweizer Unternehmen auch wirklich vom Wissen der Schweizer Hochschulen profitieren können.

Weiter will der Bundesrat, dass die Schweiz bis 2020 in der Produktion von Cleantech mehr umsetzt und international als führender Cleantech-Produktionsstandort wahrgenommen wird.

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