Unesco-Welterbe

Leuenberger sieht Glarner Hauptüberschiebung als «Kino des Kosmos»

Festakt zur Aufnahme in die Unesco-Liste

Festakt zur Aufnahme in die Unesco-Liste

Die Aufnahme der Glarner Hauptüberschiebung in die Liste der Unesco-Welterbe vor knapp einem Jahr ist im bündnerischen Flims mit einem offiziellen Festakt gefeiert worden. Bundesrat Moritz Leuenberger bezeichnete das Gebiet als «Kino des Kosmos».

Mit dem Hinweis auf das Kino sprach der Umweltminister das Naturschauspiel an, wenn die Sonne zweimal jährlich durch das Martinsloch auf das Glarner Dorf Elm scheint. Produziert vom Kosmos, seien Erde und Sonne die Schauspieler und das Bühnenbild die Glarner Hauptüberschiebung, die vor 30 Millionen Jahre entstand, sagte Leuenberger laut Redetext.

Das Spektakel lasse erahnen, dass auch "unser Leben nur ein kurzer Lichtspalt zwischen zwei Ewigkeiten ist". Es sei das Wissen um diese Ewigkeit, "das unserem Leben Sinn verleiht".

Leuenberger rief dazu auf, nicht zu vergessen, dass die Menschen die Erde geerbt hätten, "und wir wollen sie weiter vererben". Die Erhaltung der Biodiversität sei die grösste politische Aufgabe neben der Klimapolitik.

Für gutes Kino gebe es Oscars, so Leuenberger. Die Tektonikarena Sardona, wie die Hauptüberschiebung offiziell heisst, erhalte einen für das beste Bühnenbild. Oscars hätten auch das Unesco-Komitee verdient sowie die Interessensgemeinschaft Arena Sardona, welche die Aufnahme auf die Welterbe-Liste vorantrieb.

Nach dem offiziellen Festanlass in Flims erhält die Bevölkerung am Pfingstsonntag und -montag Gelegenheit, in den Kantonen Glarus, St. Gallen und Graubünden zehn so genannte Geo-Attraktionen zu besichtigen.

Die Glarner Hauptüberschiebung wurde am 7. Juli letzten Jahres auf die Liste der Unesco-Welterbe genommen, weil sie ein Musterbeispiel für Gebirgsbildung durch Kontinentalkollision ist. Noch heute ist sie ein wichtiger Schauplatz für die geologische Forschung.

Die Aufnahme auf die Liste der Unesco-Welterbe ist die höchste Auszeichnung, welche einem Naturwert weltweit verliehen wird. Die Tektonikarena Sardona befindet sich somit in der gleichen Kategorie wie die Galapagosinseln in Ecuador, das Great Barrier Reef in Australien oder der Grand Canyon in den USA.

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