Gotthard-Durchschlag
Leuenberger: «Der Berg ist gross. Wir sind klein.»

Unmittelbar vor dem grossen Moment, dem Durchschlag des Gotthard-Basistunnels, hat ein sichtlich erfreuter Bundesrat Moritz Leuenberger zu Gästen, Arbeitern, zur Schutzheiligen Barbara und zur Tunnelbaumaschine Sissi gesprochen.

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Bundesrat Moritz Leuenberger (Archiv)

Bundesrat Moritz Leuenberger (Archiv)

Keystone

«Liebe Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Liebe Mineure, Bauarbeiter, Vermesser und Ingenieure. Liebe Verkehrsminister aus der EU, zugeschaltet aus Luxemburg. Liebe Sissi. Liebe heilige Barbara», eröffnete Moritz Leuenberger seine Rede an der Tunnelbrust, dem 1,5 Meter breiten Bergrest, der bald darauf durchschlagen werden sollte.

«Gestern wollten wir den Berg versetzen. Heute durchbohren wir ihn und schaffen den längsten Tunnel der Welt, zum Zeitpunkt, wie wir ihn planten, zu den Kosten, wie wir sie rechneten», sagte er.

Kein privates Unternehmen hätte dieses Risiko auf sich nehmen können. Nur eine politische Gemeinschaft sei dazu in der Lage. Die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger hätten den Mut zu diesem Tunnel an der Urne bezeugt.

«Der heutige Tag beweist, wie nachhaltig, wie konsequent, wie effizient unsere direkte Demokratie ist.» Wenn alle Betroffenen beteiligt, Kompromisse gesucht und gefunden, sich also auch Minderheiten in den Beschlüssen wieder erkennen, dann «kann die Demokratie Berge versetzen».

Bundesrat Leuenberger begrüsste im Tunnel auch die Zweifler, Kritiker und Mahner, ohne die die Kosten nicht minutiös berechnet und beaufsichtigt worden wären.

Hier, inmitten der Schweizer Alpen, entstehe eines der grössten Umweltprojekte des Kontinents. «Zweitausenddreihundert Meter über uns scheidet sich das Wasser, es fliesst entweder über den Po in das Mittelmeer oder über den Rhein in die Nordsee. Doch hier unten, inmitten von Tausenden Tonnen Gestein, öffnet sich in wenigen Minuten ein Tunnel, der die beiden Meere direkt miteinander verbindet.»