Bildungsforschung

Lernen die Kinder fleissig, dankt es die Wirtschaft mit Wachstum

Fleissige Kinder sind prägend für das Wachstum eines Landes (Symbolbild)

Fleissige Kinder sind prägend für das Wachstum eines Landes (Symbolbild)

Lernen Schweizer Kinder so tüchtig wie die kleinen Finnen und heimsen gleich viele PISA-Punkte wie die Skandinavier ein, werden sie sich 2090 die Augen reiben: Das Schweizer Brutto-Inlandprodukt dürfte in diesem Fall um fast das Vierfache gestiegen sein.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa (OECD). Die OECD-Experten rechneten aufgrund der PISA-Ergebnisse aus, wie sich Investitionen in die Bildung auszahlen.

Zugrunde legten sie der Studie den Schülerjahrgang 2010. Schon kleine Verbesserungen in der Qualifikation der Erwerbstätigen in den kommenden 20 Jahren bringen demnach langfristig ein enormes Wachstumspotenzial.

Die Schweizer Schulkinder kamen bei der letzten PISA-Erhebung auf 533 PISA-Punkte in Mathematik, 513 in den Naturwissenschaften und 501 im Lesen. Steigerten sie sich auf das finnische Spitzenlevel von 546 PISA-Punkten, würde sie gemäss der OECD-Berechnung 2080 ein BIP-Wachstum um 378 Prozent oder 1,1 Billionen Dollar belohnen.

Würden alle Schweizer Schulkinder in den kommenden 20 Jahren das Basiskompetenzniveau von 400 PISA-Punkten erreichen, prognostiziert die OECD-Studie 2090 ein BIP-Wachstum von 308 Prozent. Die 400 PISA-Punkte entsprechen in der Schweiz in etwa einem Abschluss in der tiefsten Leistungsstufe der obligatorischen Schule. 13 Prozent der Schweizer Schüler befinden sich unter diesem Punktestand.

Die OECD räumte ein, dass ihre Berechnungen die Gewinne aus besserer Bildung nur grob aufzeigen können. Es zeige sich aber, dass die Gewinne "bei weitem grösser sind als bei kurzfristiger makroökonomischer Steuerung". Darum sollten die Staaten trotz des aktuell nötigen Kampfs gegen die Rezession langfristige Politikziele nicht aus den Augen verlieren.

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